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Samstag, 24. Juni 2017

Über die Liebe

Jesus Christus allein ist die Liebe und Barmherzigkeit

Liebe verdoppelt die Kräfte;
sie macht erfinderisch,
macht innerlich frei und froh.
 
(Seliger Pater Engelmar Unzeitig, 1911-1945)

Freitag, 23. Juni 2017

Weihe an das Heiligste Herz Jesu

Herz-Jesu-Statue in der Peter-und-Paul-Kirche zu Krakau in Polen

Am heutigen Tage feiert die Katholische Kirche das Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu. Dieses Fest wird jedes Jahr am zweiten Freitag nach Fronleichnam beziehungsweise am dritten Freitag nach Pfingsten gefeiert.

Unser geliebter Herr Jesus Christus erschien am 27. Dezember 1673 der französischen Heiligen Margareta Maria Alacoque und beauftragte sie, sich für die Verehrung Seines Göttlichen Herzens einzusetzen.

In den folgenden eineinhalb Jahren folgten drei weitere Visionen, in denen unser Heiland Jesus Christus der Heiligen auftrug, sie möge sich dafür einsetzen, dass jeder erste Freitag im Monat und der zweite Freitag nach dem Fronleichnamsfest der besonderen Verehrung Seines Heiligsten Herzens gewidmet sein solle.


So erschien der Herr Jesus Christus dieser Heiligen auch in der Fronleichnamsoktav am 19. Juni des Jahres 1675, als sie vor dem Tabernakel kniete und den Herrn anbetete. Jesus zeigte ihr Sein Herz und sprach:

"Sieh hier das Herz, das die Menschen so sehr liebt, dass Es nichts gespart hat, um Sich zu opfern, und zu erschöpfen in Liebesbeweisen; und als Dank empfange Ich von den meisten Menschen nur Kälte, Unehrerbietigkeit, Verachtung und Sakrilegien in diesem Sakrament der Liebe. Was Mich aber am meisten schmerzt, ist, dass Herzen, die Mir besonders geweiht sind, Mir auf diese Weise begegnen. Darum verlange Ich von dir, dass der erste Freitag nach der Fronleichnamsoktav ein besonderer Festtag zur Verehrung Meines Herzens werde; dass man an dem Tage sich dem heiligen Tische nahe, und einen Ehrenersatz leiste, zur Sühnung all der Beleidigungen, welche Meinem Herzen, seit Es auf den Altären weilt, zugefügt wurden, und Ich verspreche dir, dass Mein Herz diejenigen im reichsten Maße den Einfluss Seiner Liebe fühlen lassen wird, die Es verehren, und die sorgen, dass Es auch von andern verehrt werde."

Jesus Christus, der allein die Liebe und Barmherzigkeit ist, schenkte in einer Vision der Heiligen Margareta Maria Alacoque folgende große Verheißung, die für jeden Menschen gilt, der den Worten Jesu vertraut und sich in seinem Leben danach ausrichtet:

"Im Übermaß der Barmherzigkeit Meines Herzens verspreche Ich dir, dass Meine allmächtige Liebe allen, die an den ersten Freitagen (erster Freitag im Monat ist der Herz-Jesu-Freitag) neun Monate nacheinander würdig (im Stande der heiligmachenden Gnade) die Heilige Kommunion empfangen, die Gnade eines bußfertigen Endes gewährt wird, so dass sie nicht ohne Empfang der Heiligen Sakramente sterben werden; Mein Herz wird in dieser letzten Stunde ihre sichere Zuflucht sein."


Am 18. Mai 1856 führte Papst Pius IX. das Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu auf Bitten der französischen Bischöfe für die ganze Kirche verbindlich ein.

 
Auch Papst Leo XIII. war ein großer Verehrer des Heiligsten Herzens Jesu. So weihte er am 11. Juni 1899 die gesamte Menschheit diesem Heiligsten Herzen unseres über alles geliebten Heilandes Jesus Christus.

Die offizielle Weihe der Menschheit an das Heiligste Herz Jesu hat den folgenden Text und ich lade Dich , liebe Leserin, und Dich, lieben Leser ein, dieses wunderschöne Gebet doch auch zu beten und Dich selbst dem Heiligsten Herzen Jesu zu weihen:


Süßester Jesu,
Erlöser des Menschengeschlechtes,
blicke gnädig auf uns,
die wir in tiefer Demut uns vor Deinem Altare niederwerfen.
Dir gehören wir,
Dein wollen wir sein.
Um aber noch fester mit Dir verbunden sein zu können,
siehe,
weiht sich ein jeder von uns heute
aus freien Stücken Deinem Heiligsten Herzen.
 Viele haben Dich nie gekannt,
viele haben Deine Gebote verachtet
und Dich verschmäht.
Erbarme Dich ihrer aller,
o gütigster Jesu,
und ziehe alle an Dein Heiliges Herz.
Du, o Herr,
sollst der König sein,
nicht bloß über die Gläubigen,
welche niemals von Dir abgewichen sind,
sondern auch über die verlorenen Söhne,
welche Dich verlassen haben.
Bewirke, dass diese zum Vaterhause zurückeilen
und nicht in Elend und Armut zu Grunde gehen.
Sei König über diejenigen,
welche Irrlehren verführt haben
oder welche Zwietracht (von Deiner Kirche) trennt,
und rufe sie zum Hort der Wahrheit
und zur Einheit des Glaubens zurück,
damit bald Ein Schafstall sei und Ein Hirt.
Sei endlich auch der König über diejenigen alle,
welche immer noch im alten Aberglauben des Heidentums leben,
und versage ihnen nicht die Befreiung aus der Finsternis
und die Berufung zu Deinem Eigentume im Lichte und Reiche Gottes.
Schenke, o Herr,
Deiner Kirche Freiheit, Ruhe und Sicherheit.
Schenke allen Völkern Frieden und Ordnung
und mache,
dass von Pol zu Pol der eine Ruf ertöne:
Gelobt sei das Göttliche Herz Jesu,
durch welches uns das Heil geworden;
Ihm sei Ruhm und Ehre in Ewigkeit.
Amen. 


Ein vollkommener Ablass wird unter den gewöhnlichen Bedingungen den Familienmitgliedern an dem Tag gewährt, an dem sie sich - wenn möglich unter Leitung eines Priesters oder Diakons - zum ersten Mal dem Heiligsten Herzen Jesu weihen, indem sie ein rechtmäßig approbiertes Gebet vor dem Bild des Heiligsten Herzens Jesu in frommer Gesinnung sprechen. Am Jahrestag wird ein Teilablass gewährt (vgl. Enchiridion indulgentarium 1999).


Das Herz Jesu - die wahre Mystik



Mittwoch, 21. Juni 2017

Sonnengesang des Heiligen Franziskus von Assisi




Liebe Leserin, lieber Leser!

Ich möchte Dir eines der schönsten Gebete der Christenheit vorstellen:

"Der Sonnengesang" des Heiligen Franziskus von Assisi.

Dieses Gebet verfasste der Heilige Franziskus an seinem Lebensende, vermutlich Ende 1224 oder Anfang 1225. Der Hymnus gilt als das älteste Zeugnis italienischer Literatur. Mit seinem Gesang der Geschöpfe (Cantico delle Creature) bzw. seinem Gesang von Bruder Sonne (Cantico di Frate Sole) wollte der Heilige Franziskus die Menschen zum Lobpreis Gottes in all seinen Geschöpfen aufrufen, aber sie auch zur Annahme von Krankheit und Tod anregen.

Die Musik ist von Angelo Branduardi: "Il Cantico delle Creature".
Gesungen in deutscher Sprache: "Der Sonnengesang". 
Erschienen auf der CD "L'infinitamente piccolo" aus dem Jahr 2000.

Das faszinierende Video zeigt in wunderschönen Bildern den Franziskusweg von Florenz nach Assisi in Italien.

 
Höchster, allmächtiger, guter Herr,
Dein sind der Lobpreis, die Herrlichkeit und Ehre
und jeglicher Segen.
Dir allein, Höchster, gebühren sie,
und kein Mensch ist würdig, Dich zu nennen.

Gelobt seist Du, mein Herr,
mit allen Deinen Geschöpfen,
zumal dem Herrn Bruder Sonne;
er ist der Tag, und Du spendest uns das Licht durch ihn.
Und schön ist er und strahlend in großem Glanz,
Dein Sinnbild, o Höchster.

Gelobt seist Du, mein Herr,
durch Schwester Mond und die Sterne;
am Himmel hast Du sie gebildet,
hell leuchtend und kostbar und schön.

Gelobt seist Du, mein Herr,
durch Bruder Wind und durch Luft und Wolken
und heiteren Himmel und jegliches Wetter,
durch das Du Deinen Geschöpfen den Unterhalt gibst.

Gelobt seist Du, mein Herr,
durch Schwester Wasser,
gar nützlich ist es
und demütig und kostbar und keusch.

Gelobt seist Du, mein Herr,
durch Bruder Feuer,
durch das Du die Nacht erleuchtest;
und schön ist es und liebenswürdig und kraftvoll und stark.

Gelobt seist Du, mein Herr,
durch unsere Schwester, Mutter Erde,
die uns ernährt und lenkt
und vielfältige Früchte hervorbringt
und bunte Blumen und Kräuter.

Gelobt seist Du, mein Herr,
durch jene, die verzeihen um Deiner Liebe willen
und Krankheit ertragen und Drangsal.
Selig jene, die solches ertragen in Frieden,
denn von Dir, Höchster, werden sie gekrönt werden.

Gelobt seist Du, mein Herr,
durch unsere Schwester, den leiblichen Tod;
ihm kann kein Mensch lebend entrinnen.
Wehe jenen, die in schwerer Sünde sterben.
Selig jene, die sich in Deinem Heiligsten Willen finden,
denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid antun.

Lobt und preist meinen Herrn
und sagt Ihm Dank und dient Ihm mit großer Demut.


Liebe Leserin, lieber Leser!

Ich schließe mit dem Segen, den der Heilige Franziskus an Bruder Leo schrieb und den ich Dir von Herzen wünsche:


Der Herr segne und behüte Dich.
Er zeige Dir Sein Angesicht und erbarme Sich Deiner.
Er wende Dir Sein Antlitz zu
und schenke Dir den Frieden.
Der Herr segne Dich.
Der Herr gebe Dir den Frieden!


Dienstag, 20. Juni 2017

Europa hat Christus verlassen, und daher stirbt Europa

Unser Heiland Jesus Christus am Kreuz (Dom zu Essen)

Das christliche Europa stirbt. 

Dieser Prozess, der schon vor cirka 300 Jahren einsetzte, entfaltet gerade in unserer Zeit seine tödlichsten Auswirkungen und wird Europa völlig verändern. Wird der Tod des einstmals christlichen Europas noch in unseren Tagen seine Vollendung finden?

Fjodor Michailowitsch Dostojewski war einer der bedeutendsten Schriftsteller Russlands. Weltberühmt sind seine Werke "Schuld und Sühne, "Die Dämonen" und "Die Brüder Karamasow". Dostojewski lebte im Russischen Kaiserreich in der Zeit von 1821 bis 1881. Der bedeutende Schriftsteller beschrieb in seinen Werken die sozialen und politischen Verhältnisse, aber auch die spirituellen Verhältnisse seiner Zeit. Dostojewski war aber nicht nur ein Schriftsteller, sondern auch ein visionärer Gottessucher.

So schrieb Dostojewski schon vor über 150 Jahren folgende visionäre Schau in sein Tagebuch, die auf erschreckende Weise gerade für unsere Zeit geschrieben worden zu sein scheint:

"Europa hat Christus verlassen, und daher stirbt Europa, ganz allein deshalb."

Schon zu Lebzeiten Dostojewskis war erkennbar, dass sich die Völker Europas immer mehr vom Christentum und somit von unserem Heiland Jesus Christus abwendeten.

Das Aufkommen der Freimaurerei, die blutigen Exzesse der französischen Revolution und die kommunistischen Ideen von Karl Marx und Friedrich Engels zeigten deutlich auf, worauf Europa zusteuerte. In unserer Zeit vollendet sich nun das lange Sterben des einstmals christlichen Europas. Weite Teile Europas sind mittlerweile völlig entchristlicht, die Gottesdienste sind fast leer, und viele Kirchen müssen geschlossen werden. Der christliche Glaube in Europa ist verdampft. Hedonismus und Konsum sind nun die neuen Götter des europäischen Menschen. Man fragt sich unwillkürlich, ob wir die letzte Generation sind, die noch christlich beziehungswiese katholisch sozialisiert wurde.

Nicht nur Fjodor Michailowitsch Dostojewski hatte im 19. Jahrhundert die endzeitliche Lage Europas erkannt, sondern auch Leo XIII., der von 1878 bis 1903 Papst der Heiligen Katholischen Kirche war.
Leo XIII.

Leo XIII. hatte beispielsweise die  Freimaurerei als etwas völlig Dämonisches erkannt. 1884 schieb Leo XIII. in seiner Enzyklika "Humanum genus", dass die Menschheit folgerichtig aus zwei gegnerischen Teilen bestehe:

Der eine Teil der Menschheit gehöre zur Kirche Jesu Christi und kämpfe für Wahrheit und Tugend und somit für das Reich Gottes auf Erden. Der andere Teil der Menschheit aber gehöre zum Reich Satans und kämpfe für Lüge und Laster. Und das Reich Satans werde durch die Freimaurerei gefördert und geleitet.

Leo XIII. war ein großer Verehrer des Heiligsten Herzens Jesu. So weihte er am 11. Juni 1899 die gesamte Menschheit diesem Heiligsten Herzen unseres über alles geliebten Heilandes Jesus Christus.

Leo XIII. war auch ein großer Verehrer der Allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria. So verwies er auf die Mittlerfunktion Mariens und zeigte auf, dass "Gnade und Wahrheit durch Jesus Christus“ kamen und fügte hinzu, dass "die Gnaden aus diesem Schatz uns nur durch Maria verliehen werden; wie deshalb niemand zum Vater im Himmel kommen kann als durch den Sohn, so ähnlich kann niemand zu Christus kommen als durch seine Mutter." Deshalb förderte Leo XIII. auch die Marienfrömmigkeit und widmete insbesondere dem Rosenranzgebet allein sieben Enzyklien.

Aber gerade Leo XIII. hat die apokalyptische Situation Europas auch in einer Vision geschaut, die ihm am 13. Oktober 1884 vom Herrn geschenkt wurde. Es war ausgerechnet an einem 13. Oktober, denn genau 33 Jahre später - am 13. Oktober 1917 - fand an diesem Tag die letzte Erscheinung der Allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria in Fátima (Portugal) statt. Das war der Tag des spektakulären, weltberühmt gewordenen Sonnenwunders. Maria hatte ja in ihren Erscheinungen in Fátima die Menschheit ausdrücklich davor gewarnt, dass viele, geradezu apokalyptische Ereignisse besonders auch in Europa stattfinden werden, wenn die Menschen nicht zu Gott umkehren. Und eine Umkehr zu Gott hat bis zum heutigen Tage gerade nicht stattgefunden, sondern Europa ist ja mittlerweile sogar zum größten Teil vom christlichen Glauben abgefallen.

An jenem 13. Oktober 1884 also - hatte Leo XIII. die Zelebration der Heiligen Messe gerade beendet, als er plötzlich und völlig unerwartet für circa 10 Minuten regungslos vor dem Tabernakel stehenblieb. Da wurde ihm eine außerordentliche Vision geschenkt, während dessen sein Gesicht völlig fahl und grau wurde. Nach dieser Vision eilte Leo XIII. bestürzt und ohne Erklärungen in sein Arbeitszimmer und verfasste das folgende weltberühmte Gebet zum Heiligen Erzengel Michael:


Heiliger Erzengel Michael,
verteidige uns im Kampf,
gegen die Bosheit und die Nachstellungen des Teufels
sei du unser Schutz.
Gott gebiete ihm,
so bitten wir flehentlich:
Du aber Fürst der Himmlischen Heerscharen,
stürze den Satan und alle anderen bösen Geister,
die zum Verderben der Seelen in der Welt umherschleichen,
in der Kraft Gottes hinab in die Hölle.
Amen. 
 

Bildnis des Heiligen Erzengel Michael in der Kapelle zu Schloss Burg in Solingen

Erst später gab dann Leo XIII. Zeugnis von seiner Vision. Er erklärte, dass er zwei Stimmen gehört habe, die aus der Richtung des Tabernakels gekommen seien. Die eine Stimme sei sanft und die andere Stimme sei rau und hart gewesen. Leo XIII. hörte folgendes Gespräch:

Die Stimme Satans prahlte mit seinem ganzen teuflischen Stolz gegenüber unserem Herrn Jesus Christus:  

"Ich kann Deine Kirche zerstören."


Die sanfte Antwort des Herrn Jesus Christus war:
 
"Du kannst? Dann gehe und tue es."

Satan erwiderte:
 
"Um das zu tun, brauche ich mehr Zeit und Macht."

Der Herr Jesus Christus fragte:
 
"Wie viel Zeit? Wie viel Macht?"

Satan bat:
 
"75 bis 100 Jahre und mehr Macht über diejenigen, die sich meinem Dienst unterwerfen." 

Unser Herr Jesus Christus sprach:
 
"Du bekommst diese Zeit und diese Macht."

Leo XIII. erlebte auch eine erschütternde Schau der Hölle, bei der die Dämonen die Welt beherrschten und die Kirche Jesu Christi in ärgste Bedrängnis brachten. So berichtete Leo XIII.:

"Ich habe die Erde gesehen, eingehüllt in Finsternis und umgeben von einem Abgrund. Ich habe Legionen von Dämonen daraus hervorkommen sehen, die sich über die ganze Erde verteilten, um die Werke der Kirche zu zerstören und die Kirche selbst anzugreifen, die ich dem Ende nahe sah. Da erschien der Heilige Michael und stürzte die bösen Geister in den Abgrund zurück. Ich sah den Heiligen Erzengel Michael eingreifen, nicht in jenem Augenblick, sondern viel später, sobald die Menschen ihre eifrigen Gebete zum Erzengel verstärkten."

Aufgrund dieser Vision verfasste Leo XIII. das Gebet zum Heiligen Erzengel Michael, welches zu einem bewährten Gebet mit außerordentlicher Kraft zum Exorzismus gegen Satan und allen abtrünnigen Engeln wurde. 1886 wurde dieses Gebet auf Anweisung des Papstes am Ende aller Heiligen Messen als "Gebet in besonderen Anliegen" in der Landessprache angefügt. Doch gerade als eine der ersten Änderungen im Verlauf der Liturgiereform beim II. Vatikanischen Konzil wurde dieses Gebet 1964 ersatzlos gestrichen. Es war genau im achtzigsten Jahr der Zeit gewesen, um die Satan in der oben aufgeführten Vision gebeten hatte.

Heute erleben wir nun als Zeitzeugen, wie Europa vom Glauben an unserem Herrn Jesus Christus abfällt. Kann es sein, dass dies genau die Zeit jener Bedrängnis ist, von der der Prophet Daniel in seinen endzeitlichen Visionen gesprochen hat? Wir müssen jedoch nicht verzagen, denn unser geliebter Herr Jesus Christus hat uns in Seinem Wort versichert, dass Satan und seine Dämonen Seine Heilige Katholische Kirche niemals werden vernichten können:

Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern Mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde Ich Meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.
(Matthäus 16,17 -18)

So dürfen wir auch heute der Anweisung von Leo XIII. folgen und den Heiligen Erzengel Michael im Gebet um seinen mächtigen Beistand und seine Hilfe zu bitten. So dürfen wir voller Vertrauen auf unseren Herrn Jesus Christus beten:


O glorreichster Fürst der Himmlischen Heerscharen, Heiliger Erzengel Michael, beschütze uns in dem Kampfe und furchtbaren Streite, welchen wir gegen die Oberherrschaften und Mächte, wider die Beherrscher der Welt in dieser Finsternis, gegen die bösen Geister zu bestehen haben. Komme zu Hilfe den Menschen, welche Gott unsterblich erschuf, nach seinem Bilde und Gleichnis gestaltete und um teuren Preis aus der Tyrannei des Teufels erlöset hat. Schlage heute mit dem Heere der Heiligen Engel die Schlachten des Herrn, wie du ehedem gegen Luzifer, das Haupt der Stolzen, und gegen die abtrünnigen Engel gekämpfet hast, welche ohnmächtig waren, dir Widerstand zu leisten, und für die es keine Stätte mehr im Himmel gab. Ja, dieses Ungeheuer, diese alte Schlange, welche Teufel und Satan genannt wird, welcher die ganze Welt verführt, ward mit seinen Engeln in den Abgrund gestürzt.


Doch siehe, dieser alte Feind und Menschenmörder hat sich übermütig wieder erhoben. Er hat sich in einen Engel des Lichtes verwandelt und schweift mit der ganzen Schar der bösen Geister umher, um des ganzen Erdkreises sich zu bemächtigen und den Namen Gottes und seines Gesalbten daraus zu vertilgen; um zu rauben, zu morden, in das ewige Verderben zu stürzen die Seelen, welche zur Krone der ewigen Herrlichkeit bestimmt sind. Dieser böswillige Drache ergießt wie ein ganz schmutziger Strom über die Menschen, deren Verstand schon wüste und deren Herz verdorben ist, das Gift seiner Bosheit, den Geist der Lüge, der Gottlosigkeit und Lästerung, ja den Pesthauch der Unkeuschheit und aller Laster und Missetaten. Feinde voll Arglist haben die Kirche, die Braut des Unbefleckten Lammes, mit Bitterkeit überhäuft und mit Wermut betränkt; ruchlos haben sie die Hände nach ihren Heiligsten Besitztümern ausgestreckt. Selbst an der geweihten Stätte, wo der Sitz des Heiligen Petrus und der Lehrstuhl der Wahrheit als Leuchte der Welt errichtet ward, haben sie den verabscheuungswürdigen Thron ihrer Gottlosigkeit aufgeschlagen mit dem unseligen Plan, den Hirten zu schlagen und die Herde zu zerstreuen.

 

Auf denn, o unbesiegtester Fürst, eile dem Volke Gottes zu Hilfe gegen das Anstürmen der verworfenen Geister und verleihe uns den Sieg. Dieses Volk verehrt dich ja als Schützer und Patron; in dir als in seinem Verteidiger gegen die boshaften Mächte der Hölle rühmt sich die Heilige Kirche; dir hat Gott die Seelen anvertraut, um sie in die ewige Seligkeit zu führen. Ach, bitte doch den Gott des Friedens, auf dass er den Teufel besiegt unter unsere Füße lege, und jener die Menschen nicht länger in seiner Sklaverei festhalten und der Kirche nicht mehr schaden könne. Bringe du vor das Angesicht des Allerhöchsten unsere Gebete, auf dass die Erbarmungen des Herrn uns bald zuvorkommen; bemächtige dich des Drachen, der alten Schlange, welche der Teufel und Satan ist, und stoße ihn gefesselt in den Abgrund zurück, damit er nicht mehr die Völker verführe. Amen.

 
Vertrauend auf deine Hilfe und deine Schutzkraft der Autorität der Heiligen Mutter Kirche – und in sicherem Vertrauen auf den Namen Jesu Christi, unseres Gottes und Herren, schreiten wir zum Kampf, um die Angriffe teuflischen Betrugs abzuwehren.
 
Der Heilige Erzengel Michael als Seelenwäger beim Jüngsten Gericht (Hans Memling, 1466)

 

Samstag, 17. Juni 2017

Bleib vor Seinem Kreuze stehn!

Wegekreuz in Düsseldorf-Kaiserswerth

Im schönen Tempel der Natur
siehst Du des großen Gottes Spur.
Doch willst Du Ihn noch größer sehen,
so bleib vor Seinem Kreuze stehn.
 
(Inschrift an einem Wegekreuz)