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Samstag, 31. Dezember 2016

Von guten Mächten wunderbar geborgen




Das Jahr 2016 geht nun zu Ende. Es hat uns Freude und Leid gebracht, sowohl in unseren privaten Lebensbereichen wie auch in den vielen Ereignissen in unserem Land und auf der ganzen Welt. Der Terrorismus wird immer bedrohlicher, der schreckliche Krieg in Syrien bewegt die Welt, aber auch die Gefahr eines noch größeren Krieges beunruhigt viele Menschen.

Was mag wohl das Jahr 2017 bringen?

Viele Menschen spüren, das vieles nicht mehr stimmt auf dieser Welt. Es liegt etwas Bedrohliches in der Luft. Das macht vielen Menschen Sorgen und Angst. Doch wir, die wir an den Herrn Jesus Christus glauben, wissen, dass Jesus Christus das Böse und den Tod bereits durch Seinen Kreuzestod und Seine Auferstehung besiegt hat. Gehen wir daher vollen Mutes in das neue Jahr 2017 und verkünden wir der leidenden Menschheit unseren geliebten Heiland Jesus Christus. Nur durch Jesus Christus werden die Menschen Errettung, Erlösung, Frieden und Heil finden.   

Das geistliche Gedicht "Von guten Mächten treu und still umgeben" wurde im Dezember 1944 von dem lutherischen Theologen Dietrich Bonhoeffer geschrieben, als Bonhoeffer aufgrund seines Widerstandes gegen die Schreckensherrschaft der Nazis in Gestapohaft saß. Es handelt sich dabei um seinen letzten erhaltenen theologischen Text vor seiner Hinrichtung am 9. April 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg.

Dietrich Bonhoeffer wurde am 4. Februar 1906 in Breslau geboren. Schon früh erkannte Bonhoeffer das Dämonische in der Ideologie der Nazis und nahm deutlich Stellung gegen
die Judenverfolgung. Er engagierte sich in der Bekennenden Kirche, einer Oppositionsbewegung evangelischer Christen, und schloss sich schließlich 1938 dem Widerstand um Wilhelm Canaris an. 1940 erhielt Bonhoeffer von den Nazis Redeverbot und 1941 Schreibverbot. Am 5. April 1943 wurde er verhaftet. 

In der Haft schrieb Bonhoeffer am 19. Dezember 1944 einen Brief an seine Verlobte Maria von Wedemeyer, in dessen Beigabe sich das geistliche Gedicht "Von guten Mächten treu und still umgeben" als Weihnachtsgruß befand.

Das Gedicht wurde nach dem 2. Weltkrieg weltberühmt und als Kirchenlied mehrfach vertont. Heute wird das Lied nicht nur in Gottesdiensten der Evangelischen Kirche, sondern auch in Heiligen Messen der Katholischen Kirche gesungen. Besonders häufig wird das Lied zum Jahreswechsel angestimmt.

Der Text Bonhoeffers spendet vielen Menschen Trost, weil er wie kein anderer die Schrecken des Bösen in der Welt und die Schrecken von Krieg, Folter, Tod und Naziherrschaft ausdrückt, und doch Hoffnung schenkt, nämlich die eine Hoffnung, die nur unser Herr Jesus Christus erfüllen kann. Hier ist der Text:


Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr;

noch will das alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen
das Heil, für das Du uns geschaffen hast.

Und reichst Du uns den schweren Kelch, den bittern,
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus Deiner guten und geliebten Hand.

Doch willst Du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann woll'n wir des Vergangenen gedenken,
und dann gehört Dir unser Leben ganz.

Laß warm und hell die Kerzen heute flammen
die Du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen!
Wir wissen es, Dein Licht scheint in der Nacht.

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so laß uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all Deiner Kinder hohen Lobgesang.

Von guten Mächten wunderbar geborgen
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiß an jedem neuen Tag.


In der Morgendämmerung des 9. April 1945 wurde Dietrich Bonhoeffer, Theologe, Widerstandskämpfer und Märtyrer des Christlichen Glaubens, durch Erhängen von den Nazis hingerichtet. Doch durch seinen Glauben an den Herrn Jesus Christus und durch seinen Mut im Kampf gegen die dämonische Schreckensherrschaft der Nazis wurde er vielen Menschen ein Vorbild und bleibt daher unvergessen.

Beschließen wir also das Jahr 2016, indem wir Gott für Seine uns erwiesenen Wohltaten danken und bitten wir Gott um Seinen Segen für das neue Jahr 2017. Und denken wir gerade auch in schweren Stunden immer daran:

Von guten Mächten wunderbar geborgen
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiß an jedem neuen Tag.

Freitag, 30. Dezember 2016

Adeste Fideles




Gebet zur Heiligen Familie

Die Heilige Familie
(Weihnachtskrippe in der Andreaskirche zu Düsseldorf)
 

Liebreichster Jesus,
Du hast durch Deine erhabenen Tugenden
und das Beispiel Deines häuslichen Lebens
die von Dir auserwählte Familie auf Erden geheiligt.
Sieh gnädig herab auf unsere Familie,
die vor Dir niederkniet
und Dich um Gnade anfleht.
Gedenke, dass diese Familie Dir gehört,
weil sie sich ganz Deinem Dienste geweiht und geschenkt hat.
Beschütze sie gnädig,
rette sie aus den Gefahren,
hilf ihr in aller Not
und gib ihr die Kraft,
dem Beispiele Deiner Heiligen Familie stets zu folgen.
Lass sie ihr ganzes Leben in Deinem Dienste
und in Deiner Liebe treu verharren
und einst im Himmel Dich ewig preisen.
O Maria, liebreiche Mutter,
wir bitten dich um deinen Schutz,
im festen Vertrauen,
dass dein Göttlicher Sohn deine Bitten erhören wird.
Auch du, glorreicher Patriarch,
Heiliger Joseph,
komm uns durch deinen mächtigen Beistand zu Hilfe
und bringe durch Marias Hände
unsere Bitten Jesus Christus dar.
Jesus, Maria, Joseph,
erleuchtet uns, helfet uns, rettet uns.
Amen.
 
 

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Was wir durch unsere Leiden lernen können

Jesus Christus litt für Dich!

Für mich geht ein sehr leidvolles Jahr zu Ende. Ich möchte nicht auf meine einzelnen Leiden eingehen, die mich in diesem Jahr getroffen haben, aber es war schon ein außergewöhnlich schweres Jahr körperlicher, geistiger und emotionaler Leiden für mich. Aus diesem Grunde habe ich sehr intensiv darüber nachgedacht, ob und welchen Nutzen ich aus meinen Leiden ziehen könnte. Und ich bin zu der Gewissheit gekommen, dass wir sehr wohl Nutzen aus unseren Leiden ziehen können, wenn wir uns nicht verhärten und uns nicht dem durchaus schmerzhaften Lernprozess verweigern. Daher möchte ich heute darüber sprechen, was wir durch unsere eigenen Leiden lernen können.

Jesus Christus an der Geißelsäule in der Sankt -Lamberti-Kirche zu Münster

1. Wir können durch unsere Leiden lernen, Geduld und Mitgefühl für unsere leidenden Mitmenschen zu entwickeln und Ihnen ein Tröster zu sein!

Liebe Leserin, lieber Leser, geht auch für Dich ein Jahr zu Ende, in dem Dich schwere leidvolle Zeiten getroffen haben? Dann geht es Dir genauso wie mir. Ist vielleicht ein lieber Mensch für immer von Dir gegangen? Oder hast Du an einer schweren Krankheit gelitten? Vielleicht leidest Du auch unter einer chronischen Krankheit, bei der keine Aussicht auf Heilung mehr besteht? Haben Dir Depressionen und starke Ängste zugesetzt? Oder befindest Du Dich in schweren finanziellen Nöten, und weißt nicht mehr ein noch aus? Vielleicht hat Dich auch ein großes Unrecht getroffen, und Du kommst nicht darüber hinweg?

Die Leiden und Nöte der Menschen sind vielfältig, und niemand, aber auch wirklich niemand wird vom Leid verschont. Wenn wir in das Meer der Leiden geworfen werden, dann ist es ungemein wichtig, nicht zu verbittern und sein Herz zu verhärten. Es gibt unzählige Menschen, die den Glauben verlieren und sich völlig von Gott abwenden, wenn sie schwere Leiden treffen. Sie verstehen die Welt nicht mehr, geben Gott die Schuld und beginnen sogar, Gott zu hassen. Dann versinken sie in schweren Sünden, da ihre Herzen kalt und hart wie Stein geworden sind.

Wir können aber auch aus unseren Leiden gestärkt hervorgehen, weil wir aus ihnen gelernt haben und auf diese Weise Geduld und Mitgefühl für unsere leidenden Mitmenschen entwickelt haben. Das geht aber nur, wenn wir wissen, dass unser Herr ein Gott voller Liebe und Barmherzigkeit ist.

Solche Menschen, die Gottes Liebe und Barmherzigkeit schon einmal selbst erfahren haben, Menschen, die im reinigenden Feuer der verschiedensten Leiden geprüft und geläutert worden sind und trotz ihrer Leiden nicht von Gott abgefallen sind, solche Menschen wissen, was Schmerzen und Kummer, was Verlust und Ablehnung, was Depressionen und Ängste, was Trauer und Einsamkeit bedeuten. Solche Menschen sind wahre Experten in Sachen Leiden geworden. Menschen, die selbst einmal an dem Punkt waren, aufgeben zu wollen und dann trotzdem Gott vertraut haben, solche Menschen sind in ihrem Glauben und in ihrer Freude am Herrn gewachsen. Dann können solche Menschen, ihrem Nächsten in dessen Nöten und Leiden helfen und trösten, weil sie selbst durch ihre eigenen Leiden in der Erkenntnis des Herrn Jesus Christus gewachsen sind. Durch ihr Ausharren in ihren Leiden, Anfechtungen und Versuchungen, haben sie gelernt, Geduld und Mitgefühl nicht nur für die Leiden anderer Menschen, sondern auch für sich selbst zu entwickeln. 

Wir dürfen niemals vergessen, dass unser geliebter Herr Jesus Christus einem jeden leidenden Menschen Seine Nähe und Liebe schenken möchte. Jesus Christus spricht in Seiner großen Barmherzigkeit jedem Leidenden, der in seinen dunkelsten Stunden zu Ihm um Hilfe schreit, Trost und Zuversicht zu. Wir dürfen nur nicht aufhören, uns an den Herrn zu wenden. Ich selbst weiß aus leidvoller Erfahrung, dass es besonders schwere Stunden gibt, in denen man noch nicht einmal mehr beten kann. Doch dann ist immer noch ein Stoßgebet möglich. Rufe in Deiner großen Not den Namen unseres geliebten Herrn Jesus Christus an, und Er wird Dir zu Hilfe eilen und Dir Kraft und Trost schenken. Ein solcher Ruf oder ein solches Stoßgebet könnte sein:
 
"Herr Jesus Christus, hilf mir doch in meiner großen Not!"

oder einfach:

"Jesus, Erbarmen." 

Denke immer daran, unser Herr versteht Dich. Erinnere Dich, wie sehr Er für Dich bei Seiner Kreuzigung gelitten hat.

Unsere Leiden befreien uns aber auch von dem Richten über andere. Wir erkennen, da wo dieser leidende Mensch jetzt ist, da waren wir auch einmal. Dann hören wir auf, die Schuld in dessen eigenen Sünden zu suchen, und wir fangen an, nur noch Liebe und Mitgefühl für unseren leidenden Mitmenschen zu entwickeln.

Wie oft schon habe ich gehört, dass mir Leute sagten, wenn ich einem Obdachlosen Trost zusprach und ihm etwas Geld gab, wie ich einem solchen Menschen nur Geld geben könne, denn der würde dafür doch nur Alkohol oder Drogen kaufen. Das sind nur faule Ausreden, um selbst kein Mitgefühl verspüren zu müssen und dem leidenden Menschen die Schuld für unseren Mangel an Mitgefühl zuschieben zu können. Da ist es weise, erkannt zu haben, dass Richten uns nur von der Entwicklung von Liebe und Mitgefühl abhält.

Erinnern wir uns also immer daran, was unser Herr Jesus Christus spricht:

"Amen, das sage Ich euch: Was ihr für einen Meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr Mir getan."
(Matthäus 25,40)

Pietà in der Pfarrkirche Sankt Mariä-Himmelfahrt zu Mülheim/Ruhr-Saarn

2. Wir können durch unsere Leiden lernen, nicht mehr auf uns selbst, sondern nur noch auf Gott zu vertrauen!

Eine der wichtigsten Lehren, durch die wir durch unsere Leiden erlangen können, ist, dass wir es endlich aufgeben, in Zeiten der Anfechtungen, Leiden und Versuchungen auf uns selbst und unsere eigenen Fähigkeiten zu vertrauen, sondern all unser Vertrauen nur noch auf den Herrn zu setzen.

Dieser Blog heißt ja nicht ohne Grund:

"Jesus, ich vertraue auf Dich!"

Gott hat mich wirklich in meinem Leben an das Ende meiner eigenen Kraft kommen lassen, damit ich es lernte, jedes Vertrauen darauf zu verlieren, mich selbst retten zu können. Da ich nicht gerade der Schnellste im Lernen meiner Lektionen bin, geriet ich in eine derart hoffnungslose Lage, aus der mich nur noch unser Barmherzige Gott erretten konnte.

Wenn wir an den Tiefpunkt unseres Lebens gelangen, wenn wir an das Ende aller menschlichen Hilfe oder wenn wir in den Schatten des Todes gelangen, dann begegnen wir Gott.

Doch die meisten Menschen wissen das nicht. Sie kennen nicht denjenigen, der allein ihre Rettung und ihr Heil ist. Das ist der Herr Jesus Christus, der Sich für uns und unsere Sünden hat kreuzigen lassen, der aus tiefer Liebe Sein Kostbares Blut für uns vergossen hat. Selbst viele Christen, die in Not und Leiden geraten sind, meinen immer noch, dass sie es irgendwie selbst schaffen könnten und einfach nur in eigener Kraft durchhalten müssten.

Nein, wenn wir wirklich am Ende sind, dann können wir uns nicht mehr aus eigener Kraft retten, dann gilt es, nur noch auf Gott zu vertrauen. Daher können unsere Leiden wirklich zu einem großen Nutzen für uns werden, weil wir durch sie erkennen, dass wir völlig am Ende der eigenen Kraft angelangt sind. Dann erinnern wir uns daran, was uns der Apostel Paulus in seinem ersten Brief an die Korinther sagt:

"Noch ist keine Versuchung über euch gekommen, die den Menschen überfordert. Gott ist treu; Er wird nicht zulassen, dass ihr über eure Kraft hinaus versucht werdet.  Er wird euch in der Versuchung einen Ausweg schaffen, so dass ihr sie bestehen könnt."
(1 Korinther 10,13)

Dann werden wir erkennen, was dieser Ausweg ist, und der ist das alleinige und vorbehaltlose Vertrauen auf den Herrn.

Machen wir es wie die Heilige Thérèse von Lisieux und gehen wir ihren so genannten kleinen Weg der geistlichen Kindschaft, was bedeutet, dass wir unsere eigene Armut und Kleinheit bewusst bejahen, um von Gott die wahre Größe zu erlangen, die Er denen verleiht, die sich von Ihm abhängig machen. Es ist ein Weg des Vertrauens und der Hingabe an den Willen des Vaters, der den ganzen Menschen fordert und in Dienst nimmt. So kommen wir endlich an den Punkt, an dem wir nur noch auf Gott vertrauen. Wir legen unser ganzes Leben in die Hände des Vaters und hören endlich auf, alles verstehen zu wollen.

Dann fangen wir an, Gott zu vertrauen, wie ein Kind seinem Vater vertraut. Dann erinnern wir uns auch an die großen Offenbarungen über die unermessliche und unergründliche Barmherzigkeit Gottes, die die Heilige Schwester Faustina durch unseren geliebten Herrn Jesus Christus erhalten hat, und wir können endlich voller Zuversicht sagen:

"Jesus, ich vertraue auf Dich!"

Bildnis des Barmherzigen Jesus in der
Gebetsstätte zum Barmherzigen Jesus in Düsseldorf

3. Wir können durch unsere Leiden lernen, nie mehr an Gott zu zweifeln, uns auch in Zukunft aus allen Leiden und jeder Notlage zu befreien!

Seit zehn Jahren gehe ich nun meinen Lebensweg mit Gott. Am 15. Januar 2006 errettete Gott mich aus einer unvorstellbar großen Not, in die ich durch mein damaliges sündiges Leben geraten war, und die ich jetzt hier nicht beschreiben kann. Ich hatte Gott nicht gesucht. Doch genau am Tiefpunkt meines Lebens errettete mich Gott in Seiner unergründlichen Barmherzigkeit. Kein Abgrund ist eben so tief, als dass Gott nicht daraus erretten könnte. Diese Rettungsaktion Gottes wurde zu dem großen Wendepunkt in meinem Leben, und ich begann, mein Leben ganz auf den Herrn auszurichten.   

Ich habe schon mehrfach in diesen zehn Jahren seit meiner Bekehrung die Erfahrung gemacht, dass Gott mich wirklich aus jeder Notlage und aus allen Leiden errettet hat. Dadurch bin ich in der Lage, meinen Glauben auf das Fundament dieser selbst erlebten und tatsächlich erfahrenen Hilfe Gottes zu stellen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Gottes Hilfe immer auf die erstaunlichste Weise zustande kam. Ich konnte sie weder vorhersehen, noch konnte ich mir vorstellen, auf welche Weise Er mir Seine Hilfe zuteil werden lassen würde. Gottes Hilfe kam nie zu früh, aber sie kam immer rechtzeitig. Daher gehört es zu meiner wichtigsten Aufgabe, mich immer wieder daran zu erinnern, wie oft schon Gott mich schon in der Vergangenheit errettet hat.

Das empfehle ich auch Dir, liebe Leserin, und Dir, lieber Leser. Vergiss niemals, was Gott schon in Deiner Vergangenheit für Dich getan hat und erinnere Dich immer wieder an die erfahrene Hilfe Gottes. Stärke mit diesem Wissen Deinen Glauben so sehr, dass Du in jedem Leiden, in jeder Not, in jeder Krise und in jeder Versuchung auf Gott vertrauen kannst und weißt, dass Du dem morgigen Tag ohne Angst entgegensehen kannst.

Wenn Du leidest, wenn Du in Not bist, dann darfst und musst Du nur eines tun, und das ist, Deine Augen auf Gott zu richten. Schaue nicht auf Dein Elend, sondern richte Deinen Blick auf den Herrn Jesus Christus. Kommen gerade auch jetzt dämonische Anfechtungen und Versuchungen, rufe den Namen des Herrn Jesus Christus an und sage voller Vertrauen:

"Jesus, ich vertraue auf Dich!"

Komm also in Deinen schweren Leiden zu unserem Herrn und Gott, und suche beim Ihm Barmherzigkeit in Deiner großen Not. Dann wirst Du erfahren, dass der Herr Jesus Christus treu ist und Dich niemals verlassen wird. Er wird Dir Ruhe vor Deiner Angst und Seelennot schenken, Er wird Dich befreien und erretten.

Die Heilige Schwester Faustina weist auf das Bildnis des Barmherzigen Jesus in der Klosterkirche zu Krakau


Montag, 26. Dezember 2016

Das edelste Gebet

Die Heilige Familie (Weihnachtskrippe in der Lambertuskirche zu Düsseldorf)

Das edelste Gebet ist,
wenn der Beter sich
in das, vor dem er kniet,
verwandelt inniglich.
 
(Angelus Silesius, 1624 - 1677)
 
 
Weihnachtskrippe in der Lambertuskirche zu Düsseldorf

Samstag, 24. Dezember 2016

Weihnachtslieder aus Deutschland und Österreich


Allen Menschen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

Die tradtionelle Weihnachtskrippe meiner Familie

Liebe Leserin, lieber Leser, ich wünsche Dir aus tiefstem Herzen ein 
FROHES UND GESEGNETES WEIHNACHTSFEST

Möge Gottes reiche Gnade und die Freude über die Geburt unseres Herrn und Erlösers, Jesus Christus, Dich erfüllen!

Weihnachtskrippe in der Andreaskirche zu Düsseldorf
 
Die heilige Nacht
 
Gesegnet sei die heilige Nacht,
die uns das Licht der Welt gebracht! -
 
Wohl unterm lieben Himmelszelt
die Hirten lagen auf dem Feld.
 
Ein Engel Gottes, licht und klar,
mit seinem Gruß tritt auf sie dar.
 
Vor Angst sie decken ihr Angesicht,
da spricht der Engel: "Fürcht't euch nicht!
 
Ich verkünd euch große Freud:
Der Heiland ist geboren heut."
 
Da gehen die Hirten hin in Eil,
zu schaun mit Augen das ewig Heil;
 
Zu singen dem süßen Gast Willkomm,
zu bringen ihm ein Lämmlein fromm.
 
Bald kommen auch gezogen fern
die heilgen drei König' mit ihrem Stern.
 
Sie knieen vor dem Kindlein hold,
schenken ihm Myrrhen, Weihrauch, Gold.
 
Vom Himmel hoch der Engel Heer
frohlocket: "Gott in der Höh sei Ehr!"
 
(Eduard Mörike)

Weihnachtskrippe in der Maxkirche zu Düsseldorf

Freitag, 23. Dezember 2016

Der Engel von Auschwitz

Ehrwürdige Schwester Angela Maria vom Heiligsten Herzen Jesu

Eine meiner großen Heldinnen im Glauben ist die Ehrwürdige Schwester Angela Maria vom Heiligsten Herzen Jesu. Sie wurde unter dem bürgerlichen Namen Maria Cäcilia Autsch am 26. März 1900 zu Röllecken im Sauerland geboren und starb am 23. Dezember 1944 im Konzentrationslager Auschwitz in Polen. Dort wurde sie wegen ihrer großen Liebe und Hilfsbereitschaft und wegen ihres tiefen und glaubwürdigen Katholischen Glaubens von den Mithäftlingen als "Engel von Auschwitz" bezeichnet.

Schon als Kind verspürte Maria Cäcilia Autsch in sich eine Neigung zum Ordensberuf, aber zunächst sah alles bei ihr nach einem normalen Leben aus. Sie ging eine Verlobung ein und bereitete sich auf ein Familienleben vor. Doch dann traf sie im Jahre 1930 ein schwerer Schicksalsschlag. Ihr Verlobter erhängte sich, und Maria Cäcilia Autsch musste in Schimpf und Schande den Heimatort im Sauerland verlassen.  

Dieser schwere Schicksalsschlag wurde zur großen Wende in ihrem Leben. 1934 trat sie als Nonne in die aus Spanien stammende Schwesterngemeinschaft der Trinitarierinnen ein, deren einzige deutschsprachige Niederlassung sich zu Mötz in Österreich befand. Bei der Einkleidung am 4. Juli 1934 erhielt sie den Namen Schwester Angela Maria vom Heiligsten Herzen Jesu. Im Kloster zu Mötz war sie als Erzieherin und Erntehelferin tätig.

Doch als im Jahre 1938 Österreich an das nationalsozialistische Deutschland angeschlossen wurde, geriet auch das Kloster Mötz in Tirol in Gefahr, denn der damalige Gauleiter wollte Hitler zu dessen 50. Geburtstag im April 1939 ein klosterfreies Tirol melden.

Im Angesichte dieser dämonischen Bosheit wurde Schwester Angela Maria vom Heiligsten Herzen Jesu nun im Widerstand aktiv. Sie kontaktierte den spanischen Konsul in Wien und gab an, dass das Kloster nicht durch die Nazis beschlagnahmt werden dürfe, da es spanisches Eigentum sei. Daraufhin sahen die Nazis von der Enteignung des Schwesternhauses ab.

Jetzt hatte Schwester Angela Maria vom Heiligsten Herzen Jesu jedoch die Aufmerksamkeit und den Hass der Nazis auf sich gezogen. Als sie dann Hitler als "Unglück für Europa" bezeichnete, wurde sie denunziert. Daraufhin wurde sie wegen "Führerbeleidigung und Wehrkraftzersetzung" am 12. August 1940 verhaftet. Nachdem die Nazis ihr Tagebuch gelesen hatten, in dem sie Hitler als die "Geißel Europas" bezeichnet hatte, wurde sie am 29. August 1940 ohne Gerichtsverhandlung in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert.

Unser geliebter Herr Jesus Christus und Sein Heiligstes Herz standen im Zentrum des Lebens der
Ehrwürdigen Schwester Angela Maria vom Heiligsten Herzen Jesu

Hier in Ravensbrück half sie unter Lebensgefahr anderen Mithäftlingen und war stets darum bemüht, ihnen beizustehen und ihnen die Liebe Jesu Christi zu zeigen.

1942 wurde Schwester Angela Maria vom Heiligsten Herzen Jesu dann ausgerechnet am Tag ihres Geburtstages, dem 26. März, in das Konzentrationslager Auschwitz überstellt. In diesem berüchtigten Vernichtungslager wurde sie nach den bewegenden Zeugenaussagen überlebender Mithäftlinge zum "Engel von Auschwitz". Es wird berichtet, dass sie sich für ihre Mithäftlinge aufopferte, indem sie ihnen ihre eigenen kärglichen Brotrationen schenkte. Sie war der Sonnenschein in der finsteren Hölle, eine Heilige in der Hölle des Konzentrationslagers  von Auschwitz.

Die Mitgefangene und überlebende Zeugin Maria Rosenberger fragte sie manchmal:
"Wovon lebst du denn, wenn du dein Brot immer weggibst?"
Die Ehrwürdige Schwester Angela Maria vom Heiligsten Herzen Jesu antwortete:
"Wenn ich Hunger habe, bete ich. Dann vergesse ich."
Die Zeugin Maria Rosenberger sagte weiter dazu aus:
"Dabei sah sie mit ihren Bäckchen aus wie das blühende Leben, auch wenn sie hungerte. Wir bekamen täglich ein Stück Brot und mittags die dünne Steckrübensuppe. Da schwammen auch schon mal Würmer drauf."

Die überlebende jüdische Ärztin Margita Schwalbowá schrieb:
"Angela Autsch habe gewirkt wie ein Lächeln der Morgenröte, wie ein Strahl des Sonnenlichtes. Inmitten der fürcherlichen Elends entstand eine Insel der Zärtlichkeit."

Schwester Angela Maria vom Heiligsten Herzen Jesu starb am 23. Dezember 1944 nach einem Bombenangriff der Alliierten auf das Konzentrationslager Auschwitz, bei dem sie verletzt wurde.

Das Erzbistum Wien leitete am 8. März 1990 den Seligsprechungsprozess von Schwester Angela Maria vom Heiligsten Herzen Jesu ein. Der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse wurden die rund 100 erhalten gebliebenen Briefe vorgelegt, in denen Schwester Angela Maria ihren tiefen Glauben während der Haftzeit bezeugt hatte. Gemeinsam mit den bewegenden Zeugnissen der überlebenden Mithäftlinge belegen sie, wie Schwester Angela Maria vom Heiligsten Herzen Jesu zum "Engel von Auschwitz" wurde.

Der Herr Jesus Christus litt und starb auch für Dich!

Dienstag, 20. Dezember 2016

Komm und führ' aus dem Kerker den Gefangenen, der da sitzt in Finsternis und im Todesschatten

Ein Stern leuchtet in der Finsternis (Andreaskirche zu Düsseldorf)
 
                                                                   O Schlüssel Davids,
                                                               Zepter des Hauses Israel,
                                                      der du öffnest und niemand schließt,
                                                           schließt und niemand öffnet:
                                        Komm und führ' aus dem Kerker den Gefangenen,
                                          der da sitzt in Finsternis und im Todesschatten.

 
Bei diesem Text handelt es sich um die O-Antiphon des heutigen Tages. Sie drückt mit starken Worten aus, was wohl viele Menschen heute am Tag nach dem schrecklichen Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin fühlen. Beten wir für die Opfer und deren Angehörigen!

Das Hochfest der Geburt unseres Heilandes Jesus Christus rückt immer näher, und wir warten sehnsüchtig auf unseren Erretter, Befreier und Erlöser. Doch das Warten nimmt kein Ende.

Komm doch, geliebter Heiland!

Sieh, unsere Welt wird immer dunkler, Terror und Krieg bedrohen die ganze Menschheit. Zögere nicht mehr, der Zustand dieser finsteren Welt ist kaum noch zu ertragen. Angst und Ohnmacht überfallen uns. Es bleibt nur auszuharren, zu warten, zu hoffen und zu beten.

Es gibt Situationen im Leben, da gibt es keine Lösung. Da gehört es zur Erfahrung unseres Menschseins, dass wir uns nicht selber helfen können. Da muss jemand kommen, uns aus dem Kerker zu befreien, in dem wir in Finsternis und Todesangst sitzen. Doch wer kann uns helfen, wer uns befreien? Wer kann uns erretten?

Das kann nur der Herr Jesus Christus! Er ist unser Erretter, unser Befreier und Erlöser!

Maranatha!

Komm Herr Jesus und setze dieser Finsternis, dieser Bosheit und dem Hass ein Ende!
Komm Herr Jesus und befreie und erlöse uns, denn nur Deine Liebe kann uns erretten!

Bald, ja bald hat das Warten ein Ende...

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Geistliches Leben nach dem Heiligen Johannes vom Kreuz und der Heiligen Theresa von Ávila



Der Heilige Johannes vom Kreuz

Heute ist der Gedenktag des Heiligen Johannes vom Kreuz. Dieser große Heilige wurde unter dem Namen Juan de Yepes Álvarez vermutlich am 24. Juni 1542 in Fontiveros bei Ávila in Spanien geboren und starb am 14. Dezember 1591 im Kloster zu Úbeda. Sein Grab befindet sich in der Karmelitenkirche zu Segovia.

Johannes vom Kreuz gehörte dem Orden der Unbeschuhten Karmeliten an, war ein bedeutender Mystiker und wurde von der Katholischen Kirche zum Kirchenlehrer erhoben.

Ich schätze diesen Heiligen sehr und habe seine Bücher gelesen, die ich jedem aufrichtig Suchenden nur ans Herz legen kann. Es handelt sich bei diesen Werken um mystagogische Klassiker, das heißt, seine Werke führen den Leser tief in die Mysterien und die Heilsgeheimnisse des christlichen Glaubens ein. Es sind die folgenden Schriften, die beim Herder Verlag in Deutschland erhältlich sind:

Die dunkle Nacht
Worte von Licht und Liebe
Der Geistliche Gesang
Aufstieg auf den Berg Karmel
Die lebendige Liebesflamme

Johannes vom Kreuz war ein Zeitgenosse der großen Heiligen Theresa von Ávila (Ordensname Theresa von Jesus), die ich ebenfalls sehr verehre. Ihre mystagogischen Klassiker kann ich gleichfalls zur Lektüre empfehlen.

Die Heilige Theresa von Ávila

Johannes vom Kreuz wollte zunächst dem Orden der Kartäuser beitreten, doch als er 1567 kurz nach seiner Priesterweihe die Heilige Theresa von Ávila kennenlernte, begann er sich für Theresas Reform innerhalb des Karmelitenordens zu begeistern. So wurde er zunächst Novizenmeister im Orden der Unbeschuhten Karmeliten und dann Rektor. 1572 rief ihn die Heilige Theresa in den Karmel von der Menschwerdung nach Ávila, wo sie die Priorin war. Dort wirkte Johannes vom Kreuz als Beichtvater.

Später geriet der Heilige Johannes vom Kreuz dann in einen Konflikt zwischen der Päpstlichen Kurie in Rom und dem spanischen Königshof Philipp II. Dabei wurde er im Dezember 1577 sogar entführt und im Ordensgefängnis des Klosters zu Toledo inhaftiert. Dort wurde er misshandelt und gedemütigt. Jedoch war es gerade diese schwere Zeit, die zum eigentlichen Zentrum seiner Gotteserfahrung wurde. Aus diesen Erfahrungen erwuchsen die oben genannten mystagogischen Schriften.

Jesus Christus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben

 
Liebe Leserin, lieber Leser! Wir sind alle Menschen, die auf dem Weg sind. Wir möchten heil werden, und wir möchten zu Gott gelangen. Für Dein persönliches Wachstum empfehle ich Dir daher die Lektüre der folgenden drei Schritte des geistlichen Lebens nach der Lehre dieser beiden großen Heiligen:


                                                    Drei Schritte des geistlichen Lebens
                                    nach der Lehre des hl. Johannes von Kreuz und

der hl. Theresa von Jesus

 
P. Franz Jalics SJ
 

 

Ein heiler Mensch zu werden, das lässt sich nicht so in ein, zwei Tagen bewerkstelligen.

An sich ist es aber ein ganz einfaches 3-Punkte-Programm.

1. Schritt
 
Versuche in der Wahrheit zu stehen. Das heißt, alles was es an negativen Gefühlen in Dir gibt, das sollst Du anschauen, wohlwollend begrüßen und vor allem da sein lassen. Es darf diese Gefühle in Dir geben. Du brauchst nicht davor davonzulaufen, sie zu verdrängen oder Dich darüber zu ärgern. Lebe sie jedoch nicht aus. Wenn Du das Gefühl der Wut oder der Traurigkeit spürst, dann lass dieses Gefühl da sein, doch lebe es nicht aus, reagiere es anderweitig, nicht an den Menschen und nicht an Dir selbst ab, denn dabei verletzt Du Dich und andere. Ist es dennoch geschehen, dann sag Dir: Jetzt war ich wütend, traurig ... usw., und komm ganz einfach in die Gegenwart zurück.

Die hl. Theresa sagt: „... wenn wir noch nicht so weit gelangt sind, dass wir alles mit Gleichmut aus der Hand Gottes annehmen, dann“, so sagt sie: „..demütigen wir uns wenigstens, denn die Demut ist die Salbe für unsere Wunden. (Das heißt, stehen wir in der Wahrheit im obigen Sinn). Dann wird der göttliche Wundarzt schon kommen und uns heilen, wenn er auch etwas zögern sollte.“

Lass also jedes Gefühl, jede Sache, jeden Menschen, jedes Geschöpf wohlwollend da sein, 
geh allem liebevoll und wohlwollend entgegen, so gut Du es eben kannst.
Versuche auch, nicht in negativen Gefühlen und in Grübeleien zu versinken. Wenn Gedanken und Gefühle Dich belagern wollen, so komm sanft zurück, schau ins Licht, nämlich auf den Herrn.
 

2. Schritt
 
Leide aus, was Dir vom Leben zu leiden auferlegt wird.
Leide aus, was Dir von Deinen Gefühlen zu schaffen macht. So wird es geschehen, dass der Panzer, den Du zum Schutz vor dem Leid unbewusst um Dein Herz wachsen hast lassen, aufgesprengt wird.

Unsere negativen Gefühle schmerzen zwar, aber wenn Du sie zulässt und sie erleidest, dann wird alles in Dir zu fließen und zum strömen anfangen. Alle Gefühle, aber auch die Liebe, die in Deinem tiefen Inneren schon da ist.

Du selbst wirst so ganz Mensch, zugleich aber auch ein heiler Mensch. Aber ohne die Bereitschaft zum Leiden wird das nicht möglich sein. Erneuere diese Deine Bereitschaft täglich.
 

3. Schritt
 
Das dritte schließlich ist das Schauen ins Licht.
Richte Deine Aufmerksamkeit immer wieder auf den Herrn. Er ist es, der alles in Dir erlösen und heilen kann und es auch will, wenn Du in der angegebenen Weise mitgehst.
Schenke dem Herrn jeden Tag eine bestimmte Zeit, um bei ihm zu sein, ihn anzuschauen. Sag: Ich bin da! Und dann versuche zu spüren, wie Du da bist, ganz real.

Und wenn Du Deiner selbst bewusst bist, dann sag zum Herrn: Du bist da! Spür hinein in Dein Herz, dort will Gott ja Wohnung nehmen, und dort ist er gegenwärtig seit Deiner Taufe.
Hier kannst Du auch damit anfangen, den Namen des Herrn Jesus Christus anzurufen: Sprich ehrfürchtig im Rhythmus Deines Atems:
Christus (beim Einatmen),
Jesus (beim Ausatmen).
Gott sehnt sich sehr nach der Begegnung mit Dir.

Schenke Gott diese Zeit ganz uneigennützig.
Erwarte nicht, dass er Dich jetzt sofort vollkommen und heilig machen muss.

Die Heilung geht ganz unmerklich vor sich, in dem Maß, als Du durch die Begegnung mit dem Herrn ihm immer ähnlicher wirst.
Seine Liebe wird in Dich überströmen, sie wird Dich in ihn umgestalten, Dich vergöttlichen.
Dann wird es so sein, dass ein einziger Akt der Liebe den Du setzt, von unendlichem Wert sein wird vor Gott und für die ganze Kirche, wie Johannes v. Kreuz sagt: Ja der Herr hält Großes für Dich bereit. Er möchte Dir unendlich viel schenken. „Leider glauben wir oft nicht, dass Gott schon in diesem Leben Hundert gibt für Eins“, so ruft die hl. Theresa bedauernd aus. Aber es bedarf der Zeit und der Geduld.

Wenn Du durch Dunkelheit gehen musst und Deine Seele in einer Nacht zu sein scheint, ist es dennoch ein glückseliger Zustand, in dem Du Dich befindest, und der Weg führt zum Ziel.
Der Herr wird das Werk Deiner Heilung und Heiligung wunderbar zustande bringen. Du darfst ihm ganz vertrauen.

"Wenn wir recht denken, sind wir in Gott;
Wenn wir recht leben, ist Gott in uns."
(Hl. Thomas von Aquin)

(Aus: Dienst am Glauben – Heft 3 – Juli-September 2013)
 

In der Josephskapelle zu Düsseldorf befinden sich zwei Statuen
des Heiligen Johannes vom Kreuz und der Heiligen Theresa von Ávila