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Sonntag, 31. Dezember 2017

Von guten Mächten wunderbar geborgen




Das Jahr 2017 geht nun zu Ende. Es hat uns Freude und Leid gebracht, sowohl in unseren privaten Lebensbereichen wie auch in den vielen Ereignissen in unserem Land und auf der ganzen Welt. Der Terrorismus wird immer bedrohlicher, der schreckliche Krieg in Syrien bewegt die Welt, aber auch die Gefahr eines noch größeren Krieges beunruhigt viele Menschen.

Was mag wohl das Jahr 2018 bringen?

Viele Menschen spüren, dass vieles nicht mehr stimmt auf dieser Welt. Es liegt etwas Bedrohliches in der Luft. Das macht vielen Menschen Sorgen und Angst. Doch wir, die wir an den Herrn Jesus Christus glauben, wissen, dass Jesus Christus das Böse und den Tod bereits durch Seinen Kreuzestod und Seine Auferstehung besiegt hat. Gehen wir daher vollen Mutes in das neue Jahr 2018 und verkünden wir der leidenden Menschheit unseren geliebten Heiland Jesus Christus. Nur durch Jesus Christus werden die Menschen Errettung, Erlösung, Frieden und Heil finden.   

Das geistliche Gedicht "Von guten Mächten treu und still umgeben" wurde im Dezember 1944 von dem lutherischen Theologen Dietrich Bonhoeffer geschrieben, als Bonhoeffer aufgrund seines Widerstandes gegen die Schreckensherrschaft der Nazis in Gestapohaft saß. Es handelt sich dabei um seinen letzten erhaltenen theologischen Text vor seiner Hinrichtung am 9. April 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg.


Dietrich Bonhoeffer wurde am 4. Februar 1906 in Breslau geboren. Schon früh erkannte Bonhoeffer das Dämonische in der Ideologie der Nazis und nahm deutlich Stellung gegen die Judenverfolgung. Er engagierte sich in der Bekennenden Kirche, einer Oppositionsbewegung evangelischer Christen, und schloss sich schließlich 1938 dem Widerstand um Wilhelm Canaris an. 1940 erhielt Bonhoeffer von den Nazis Redeverbot und 1941 Schreibverbot. Am 5. April 1943 wurde er verhaftet. 

In der Haft schrieb Bonhoeffer am 19. Dezember 1944 einen Brief an seine Verlobte Maria von Wedemeyer, in dessen Beigabe sich das geistliche Gedicht "Von guten Mächten treu und still umgeben" als Weihnachtsgruß befand.

Das Gedicht wurde nach dem 2. Weltkrieg weltberühmt und als Kirchenlied mehrfach vertont. Heute wird das Lied nicht nur in Gottesdiensten der Evangelischen Kirche, sondern auch in Heiligen Messen der Katholischen Kirche gesungen. Besonders häufig wird das Lied zum Jahreswechsel angestimmt.

Der Text Bonhoeffers spendet vielen Menschen Trost, weil er wie kein anderer die Schrecken des Bösen in der Welt und die Schrecken von Krieg, Folter, Tod und Naziherrschaft ausdrückt, und doch Hoffnung schenkt, nämlich die eine Hoffnung, die nur unser Herr Jesus Christus erfüllen kann. Hier ist der Text:




Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr;

noch will das alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen
das Heil, für das Du uns geschaffen hast.

Und reichst Du uns den schweren Kelch, den bittern,
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus Deiner guten und geliebten Hand.

Doch willst Du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann woll'n wir des Vergangenen gedenken,
und dann gehört Dir unser Leben ganz.

Laß warm und hell die Kerzen heute flammen
die Du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen!
Wir wissen es, Dein Licht scheint in der Nacht.

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so laß uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all Deiner Kinder hohen Lobgesang.

Von guten Mächten wunderbar geborgen
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiß an jedem neuen Tag.



In der Morgendämmerung des 9. April 1945 wurde Dietrich Bonhoeffer, Theologe, Widerstandskämpfer und Märtyrer des Christlichen Glaubens, durch Erhängen von den Nazis hingerichtet. Doch durch seinen Glauben an den Herrn Jesus Christus und durch seinen Mut im Kampf gegen die dämonische Schreckensherrschaft der Nazis wurde er vielen Menschen ein Vorbild und bleibt daher unvergessen.

Beschließen wir also das Jahr 2017, indem wir Gott für Seine uns erwiesenen Wohltaten danken und bitten wir Gott um Seinen Segen für das neue Jahr 2018. Und denken wir gerade auch in schweren Stunden immer daran:


Von guten Mächten wunderbar geborgen
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiß an jedem neuen Tag.



Freitag, 29. Dezember 2017

Über die Liebe

Jesus Christus allein ist die Liebe und Barmherzigkeit

Liebe Leserin, lieber Leser, kein Mensch auf dieser Welt kann ohne Liebe leben. Ein Mensch, der ohne Liebe lebt, verkümmert jämmerlich und wird niemals ein glückliches und lebenswertes Leben führen.

Die Liebe ist für den Menschen das, was Licht und Wärme für die Pflanzen ist. Ohne das Licht und die Wärme der Sonne, die ihr Licht und ihre Wärme ohne Ausnahme einer jeden Pflanze auf unserer Erde spendet, würden jeder Grashalm, jede Blume und jeder Baum innerhalb kürzester Zeit zugrunde gehen.

So gilt auch für uns Menschen:

Ohne Gottes unermesslicher Liebe zu uns Menschen, die sich darin gezeigt hat, dass Er Seinen einzigen Sohn Jesus Christus hingab, damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das Ewige Leben hat, würden wir alle dem ewigen Tode entgegengehen.

Mehr noch, denn ohne Gottes Liebe würde überhaupt niemand von uns existieren. Schon allein, dass es Dich, liebe Leserin, und Dich, lieben Leser, gibt, zeigt Dir Gottes unergründliche Liebe auf. Denn Gott hat genau Dich ins Leben gerufen, weil Er Dich so sehr liebt!

Doch die wenigsten Menschen wissen, was Liebe eigentlich ist.

In unserer heutigen Zeit erwarten viele Menschen, dass die Liebe sie wie ein Blitz trifft, dass sie wie ein Rausch ist, die alle Sinne vernebelt. Doch ein solcher Rausch geht sehr schnell vorbei. Die rosaroten Wolken verziehen sich, und wenn der Alltag eingekehrt ist, merken viele Menschen, dass sich ihre hohen Erwartungen, die sie an ihren Partner gestellt haben, gar nicht erfüllen. Der Partner ist gar nicht so, wie sie sich ihn in ihren Träumen vorgestellt haben. Dann ist das Glück schnell dahin, und so gehen viele auf eine neue Partnersuche, denn die Schuld für das nicht eingetretene Glück liegt ja nur am Partner. Die heutigen hohen Scheidungsraten sprechen Bände, aber seltsamerweise machen auch der zweite, dritte, vierte und noch so häufige Versuch, die wahre Liebe zu finden, nicht glücklich.

Woran liegt das?

Das liegt daran, dass wir von Gott dazu geschaffen worden sind, so zu lieben, wie Er liebt, also mit Göttlicher Liebe und nicht mit kraftloser, weltlicher Liebe zu lieben. Es gibt aber einen großen Unterschied zwischen Göttlicher Liebe und der Liebe, die unsere Welt kennt. Es ist entscheidend zu wissen, dass Göttliche Liebe nicht auf eine vorübergehende Gefühlsaufwallung beruht, sondern auf einen unabänderlichen Willensentschluss. Göttliche Liebe ist kein Gefühl, sondern eine Entscheidung. Und so können wir sagen, dass das wahre Wesen Gottes die Liebe ist. 

Gott ist Liebe!

Die meisten Menschen können aber nur mit weltlicher Liebe lieben. Sie lieben ihren Partner nur, wenn er ihnen das gibt, was sie wollen. Sie lieben ihren Partner nur, wenn er so ist, wie sie es sich wünschen. Das ist aber keine Liebe, sondern nur ein billiges Tauschgeschäft.

Noch viel weniger können die meisten Menschen fremde Menschen tatsächlich lieben. Sie können sie nur lieben, wenn sie ihrer eigenen Meinung sind, wenn sie so sind wie sie selbst und wenn sie so handeln, wie sie es sich wünschen. Aber auch das ist keine Liebe.

Und wer kann schon einen Menschen lieben, der einem Unrecht oder Böses angetan hat?

Wir sollten also lernen, so zu lieben, wie Gott liebt.

Wie lernen wir mit Göttlicher Liebe zu lieben?

Schauen wir also darauf, wie Gott liebt. Wenn wir uns den Bibelvers in Johannes 3,16 in Erinnerung rufen, so heißt es dort:

Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass Er Seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das Ewige Leben hat.

Dabei liegt die Betonung auf dem Wort "Welt". Gott liebte die Menschen der in Sünde gefallenen Welt. Nicht, weil Ihm diese Welt oder die sündigen Menschen gefielen, oder weil Er sie sympathisch gefunden hätte, nicht weil Er bei ihnen Gegenliebe gefunden oder nur erwartet hätte. Ganz im Gegenteil. Die Bibel sagt von Jesus Christus:

Er kam in Sein Eigentum, aber die Seinen nahmen Ihn nicht auf.
(Johannes 1,11)

Gott kam in Jesus Christus aus einem einzigen Grund zu uns in diese Welt, nämlich weil diese verlorene Welt Seine Liebe nötig hatte! So lesen wir ja auch in Römer 5,10:

Da wir mit Gott versöhnt wurden durch den Tod Seines Sohnes, als wir noch (Gottes) Feinde waren, werden wir erst recht, nachdem wir versöhnt sind, gerettet werden durch Sein Leben.

Gott hat also nicht Ausschau gehalten, wo Menschen sind, für die es sich lohnt, das Leben Seines Sohnes zu geben. Gott hat nicht Ausschau gehalten nach Menschen, die würdig genug sind oder die es zu schätzen wissen und mit Gegenliebe reagieren, sondern Er handelte eben nur nach dem einen Gesichtspunkt, dass es nötig war, dass es nur diese eine Hilfe durch Ihn, den Gott der Liebe, gab, um Menschen vor dem ewigen Verderben zu retten, das sie doch auf Grund ihres Verhaltens verdient hätten, denn sie wollten schließlich ohne Gott leben!

Und wenn wir heute als gläubig Gewordene sagen können, dass wir Gott lieben, dann ist es gut, wenn wir uns zugleich das Wort in Erinnerung rufen:

Wir wollen lieben, weil Er uns zuerst geliebt hat.
(1 Johannes 4,19)

Wir sehen hier deutlich, das ist eine ganz andere Liebe als die Liebe, die die Menschen in dieser gefallenen Welt kennen. Nur so war es möglich, dass Sich unser Herr Jesus Christus für uns sündige und gottlose Menschen verspotten, schmähen, schlagen und schließlich kreuzigen ließ, weil Er mit der Liebe Gottes erfüllt war, ja mehr noch, weil Er Selbst diese Liebe war und ist.

Und auch jetzt noch ist diese Welt durchdrungen von dieser Göttlichen Liebe, die ohne Voraussetzungen gibt, indem Jesu Christi Angebot immer noch gilt, Sich von Ihm retten und erlösen zu lassen und das Ewige Leben in Gottes Herrlichkeit zu erlangen.

Eine Göttliche Liebe, die diese Welt und uns Menschen erhält ohne Unterschied, ob wir Gott lieben oder hassen. Gott lässt Seine Sonne scheinen und lässt es regnen über Gerechte und Ungerechte, so wie es in Seinem Wort heißt.

Wer tut unter uns Menschen auch nur etwas ähnliches?

Und was bedeutet das nun für uns Menschen?

Es bedeutet also, dass wir es lernen sollen zu lieben, so wie Gott liebt.  So werden wir durch unseren geliebten Heiland Jesus Christus aufgefordert:

"Ein neues Gebot gebe Ich euch: Liebt einander! Wie Ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. Daran werden alle erkennen, dass ihr Meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt."
(Johannes 13,34 - 35)

Und unser Erlöser Jesus Christus fordert uns weiter auf:

"Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst".
(Matthäus 22,39)

Wenn wir es lernen, auf Göttliche Weise zu lieben, dann werden wir wissen, was Liebe ist. Nämlich nicht ein vergängliches Gefühl oder ein erotischer Rausch, sondern eine Entscheidung. Dann sagen wir unserem Nächsten nicht, dass wir ihn nicht lieben können, weil er nicht der Richtige ist oder nicht richtig handelt, sondern dann sagen wir zu unserem Nächsten:

"Ich will Dich lieben!"

Aber natürlich wird die Frage aufkommen, ob wir als Menschen, selbst wenn wir willige und gläubige Christen sind, überhaupt in der Lage sind, mit dieser Göttlichen Liebe zu lieben? 

Aus uns selbst heraus sind wir dazu sicherlich nicht in der Lage. Aber wie heißt es in der Heiligen Schrift?

Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.
(Römer 5,5)

Dabei hat mich besonders die Formulierung "ausgegossen" beeindruckt. Das sagt doch aus, dass diese Liebe Gottes im reichen Maße gegeben ist, nicht getröpfelt, sondern eben gegossen, wobei ich unwillkürlich an ein Bild denke, wo etwas mit Eimern ausgegossen wird. Das bedeutet doch, dass wir die Liebe Gottes reichlich zur Verfügung haben, wenn wir nur bereit sind, sie weiterzugeben. Weiterzugeben eben auch an Menschen, die nicht unbedingt unsere Sympathie und guten Gefühle haben, aber Liebe brauchen!

Hier wird oft gefragt, wie solch eine Liebe wohl praktiziert werden könne. Denn, so sagt man, ich kann doch dem anderen nicht etwas vortäuschen, was ich gar nicht habe. Das wäre doch unehrlich und letztlich auch nicht in Liebe gehandelt. Dazu wollen wir uns in Erinnerung rufen, dass die Göttliche Liebe sich eben nicht auf positive Gefühle und nicht auf schöne Worte gründet. So heißt es auch in der Heiligen Schrift:

Meine Kinder, wir wollen nicht mit Wort und Zunge lieben, sondern in Tat und Wahrheit.
(1. Johannes 3,18)

So erkennen wir, was es bedeutet, wahrhaftig auf Göttliche Weise zu lieben:

Liebe bedeutet das höchste Wohlsein des anderen aktiv zu wollen.

Das bedeutet, dass wir das höchste Wohlsein des anderen nicht nur wollen, dass wir es uns also nicht nur vornehmen, sondern dass wir es auch tun!

Beginnen wir also, wirklich zu lieben!