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Montag, 27. Februar 2017

Einladung zur Herz-Mariä-Sühne-Andacht am 4. März 2017 in Düsseldorf

In der Gebetsstätte zum Barmherzigen Jesus in Düsseldorf
 
An jedem ersten Samstag im Monat findet in der Kapelle des Sankt-Martinus-Krankenhauses in Düsseldorf-Bilk eine Herz-Mariä-Sühne-Andacht statt. Die Anbetungs-Stunden in Düsseldorf beinhalten die Eucharistische Anbetung, eine Andacht und den Rosenkranz zu Ehren des Unbefleckten Herzen Mariens. Es gibt eine Beichtgelegenheit, und es findet eine Heilige Messe statt.

Am Samstag, den 4. März 2017, findet die dritte Herz-Mariä-Sühne-Andacht des Jahres 2017 statt. Liebe Leserin, lieber Leser, Du bist herzlich eingeladen!
                          
Hier sind die weiteren Termine für das Jahr 2017:
1. April
6. Mai
3. Juni
1. Juli
5. August
9. September (Am 02.09.2017 findet in Düsseldorf der Gebetstag "Die Frau aller Völker" statt)
7. Oktober
4. November
2. Dezember
                          
Ort:
St. Martinus-Krankenhaus
Kapelle
Gladbacher Str. 26
Düsseldorf-Bilk

Das Krankenhaus ist zu erreichen mit den Linien 704 und 709, Haltestelle Ausstieg "Bilker Kirche".

Zeit:
Beginn: 17.30 Uhr
Ende:    20.30 Uhr

Nähere Auskunft unter der Rufnummer 0211/879 615 39 (Gebetsstätte zum Barmherzigen Jesus in Düsseldorf).

In der Kapelle des Sankt-Martinus-Krankenhauses zu Düsseldorf

Samstag, 25. Februar 2017

Die Schöpfung - Franz Joseph Haydn



Franz Joseph Haydn (1732-1809)

DIE SCHÖPFUNG
Oratorium für Solostimmen, Chor und Orchester, Hob. XXI: 2

THE CREATION
Oratorio for solo voices, chorus and orchestra, Hob. XXI: 2

LA CREATION
Oratorio pour voix solistes, choeur et orchestre, Hob. XXI: 2

LA CREAZIONE
Oratorio per voci sole, coro e orchestra, Hob. XXI: 2

GABRIEL: Judith Blegen
URIEL: Thomas Moser
RAPHAEL: Kurt Moll
EVA: Lucia Popp
ADAM: Kurt Ollmann

CEMBALO: Hedwig Bilgram

CHOR UND SYMPHONIEORCHESTER DES BAYERISCHEN RUNDFUNKS - Leonard Bernstein


Mittwoch, 22. Februar 2017

Wie wir am Leiden wachsen

Christus am Kreuz im Kloster der Bernhardinerinnen zu Krakau/Polen

Es ist für jeden Glaubenden ungemein wichtig zu begreifen, dass wir nur am Leiden wachsen. Es gibt nämlich keine geistige Reinigung und Läuterung, die nicht schmerzhaft ist und die nicht weh tut. Die Sünde und das Falsche sitzen doch viel zu tief in uns, als dass sie mal eben mit Leichtigkeit entfernt werden könnten. Nein, zum Christ-Sein gehört das Kreuztragen unweigerlich dazu. Wir können die Fülle des Lebens in Gott nur erreichen, wenn wir "Ja" sagen zu unserem Kreuz und damit "Ja" sagen zu unserem Leiden. Unser Leiden ist gewissermaßen wie ein Schleifstein, der alles Verkehrte und alles Sündhafte aus unserem Herzen herausschleift und uns reinigt, glättet und in Form bringt, bis wir den geheiligten Zustand erlangt haben, in den Gott uns führen möchte.

Ich komme in letzter Zeit mit sehr vielen Menschen zusammen und habe erfahren, dass jeder Mensch, dem ich begegne, leidet. Bei jedem Menschen ist das Leiden unterschiedlich und ganz individuell. Der eine befindet sich in einer großen finanziellen Not, der andere leidet unter Ängsten und Depressionen. Ein weiterer hat gerade seinen Arbeitsplatz verloren, und ein anderer hat soeben eine schwere Krebsdiagnose von seinem Arzt bekommen. Eine Frau ist von ihrem Ehemann verlassen worden, weil der Mann sich jetzt in eine jüngere Frau verliebt hat. Eine andere Frau hat gerade ihren Ehemann durch den Tod verloren, die Kinder ihren Vater und die Geschwister ihren Bruder. Ein Freund wird durch böse Nachbarn mit Prozessen überhäuft. Und bei manchen kommt gerade alles gleichzeitig und gehäuft. Das Leiden will gar kein Ende nehmen, und die Verzweiflung ist groß. Ja, es ist wirklich niemand vom Leiden ausgenommen. Wir können es verdrängen oder verleugnen, wir können Antidepressiva nehmen, so viele wir wollen, aber das Leiden verschwindet nicht und gehört zu unserem Leben dazu.

Da ist es doch sinnvoll zu begreifen, dass wir nur am Leiden wachsen. Denken wir immer daran, unsere inneren und äußeren Leiden öffnen die Tür für das Licht. Irgendwann einmal werden wir begreifen, dass alles Schwere und alles Leiden in unserem Leben ein viel kostbareres Geschenk gewesen ist als alles andere sonst und mag dieses alles andere auch noch so schön gewesen sein. Alle wahren und wichtigen Geschenke Gottes tragen das Zeichen des Kreuzes. Nehmen wir also unser Leiden und unser Kreuz an und üben wir uns im Loslassen.

Eines Tages wirst auch Du sterben, und dann musst Du alles loslassen, ob Du es willst oder nicht. Warum also nicht jetzt schon in Deinem Leiden das Loslassen üben? Dann wird es Dir in Deiner gegenwärtigen Situation auch leichter ums Herz, und in Deiner Todesstunde fällt es Dir dann ebenfalls nicht mehr so schwer.

Denken wir doch an unseren geliebten Herrn Jesus Christus, der spricht:

"Wer Mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge Mir nach."

(Lukas 9,23)

Damit wir am Leiden wachsen können, ist es daher unerlässlich, dass wir zu unserem Kreuz aufrichtig "Ja" sagen. Wenn wir Schmerzen erfahren und die Enttäuschungen in unserem Leben groß sind, dann sollten wir uns nicht verhärten und von Gott abwenden. Suchen wir Ihn gerade dann im Gebet. Es ist sehr wichtig, dass wir uns gerade inmitten vom Leiden, inmitten von Schmerzen und inmitten der Enttäuschung ganz offen für Gott machen und uns Ihm in ganz tiefem Vertrauen zuwenden.

Und wenn Du meinst, dass es nicht mehr weitergeht, und dass Du nicht mehr kannst, dann nimm ein Kreuz und schaue auf Jesus und rufe Ihm zu:

"Jesus, ich vertraue auf Dich!"

Dann wirst Du Ruhe, Trost und Frieden finden; einen Frieden, den uns nur unser geliebter Herr Jesus Christus geben kann. Stell Dir vor, wie sehr die Allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria, die Mutter Jesu, die doch auch Deine Mutter ist, wie sehr Johannes, der Lieblingsjünger Jesu, und wie sehr Maria Magdalena, die Frau, die von Jesus von sieben Dämonen befreit worden ist, voller Schmerzen und Leiden unter dem Kreuz Christi gestanden haben. Auch sie haben auf Jesus geschaut, sie haben ihr Vertrauen auf Ihn nicht aufgegeben, und das zu einem Zeitpunkt, in dem Jesus am Kreuz starb. Alles schien verloren und bis auf Johannes waren alle anderen Jünger voller Angst geflohen. Schau auf Jesus und erkenne, dass nur aus dem Kreuz Heil und Leben erwächst.

Ja, wir müssen manchmal tatsächlich unbeschreiblich tief leiden, aber gleichzeitig sind wir gerade in unserem Leiden und Kreuztragen begnadet, denn wenn irgendwo, dann erwächst gerade aus unserem Leiden Segen, und unser Kreuz verwandelt sich in ein Geschenk, welches direkt aus der Liebe Gottes kommt.

Machen wir es wie die Heilige Johanna Franziska von Chantal, die gemeinsam mit dem Heiligen Franz von Sales den Orden der Salesianerinnen gründete und deren Leben von schweren Schicksalsschlägen, von starken Glaubenszweifeln und von großen Ängsten geprägt war, bis Gott eines Tages ihr Gebet um einen geistlichen Seelenführer erhörte. Dieser geistliche Seelenführer war der Heilige Franz von Sales. So wurde aus der ängstlichen und zweifelnden und von Schicksalsschlägen gebeutelten Frau eine große Heilige, die nur noch auf Gott vertraute. Sie wurde fähig, zu ihrem Kreuz und zu ihrem Leiden "Ja" zu sagen. So nannte sie ihre Kreuze, Leiden und Bedrängnisse Schleifsteine und erkannte, dass gerade diese schmerzvollen Schleifsteine die größten Geschenke Gottes an sie waren, die alles Verkehrte, alles Falsche und alles Sündhafte aus ihrem Herzen herausschliffen und wie sie gerade auf diese Weise von Gott gereinigt und geheiligt wurde.

Begrüße also doch auch Du Dein Leiden und Kreuz wie die Heilige Johanna Franziska von Chantal mit den Worten:

"Schleifstein meiner Heiligkeit, sei gelobt in Ewigkeit."

Dann wirst auch Du erfahren, wie wir am Leiden wachsen.


Sonntag, 19. Februar 2017

Über die Bewährung der Liebe

Bild des Barmherzigen Jesus in der Gebetsstätte zum Barmherzigen Jesus in Düsseldorf

Die Liebe bewährt sich
in den Werken, deren sie fähig ist,
in den Hindernissen, die sie überwindet,
in der Lust, die sie trägt.
 
(Heiliger Augustinus von Hippo, 354-430)

Dienstag, 14. Februar 2017

Gebet für Europa um Erneuerung im christlichen Glauben

Jesus Christus am Kreuz in der Munsterkerk zu Roermond/Niederlande
 
Herr Jesus, wir brauchen Dich, ohne Dich vermögen wir nichts.
Sende uns Deinen Heiligen Geist und erneuere uns von Grund auf!
Komm, Heiliger Geist, wir brauchen Dich so dringend!
Komm in alle Herzen!
Fülle sie mit Glauben, Hoffnung und Liebe.
Komm in die Familien und schenke heile Beziehungen.
Komm zu den Kindern und Jugendlichen.
Erobere ihre Herzen für Jesus.
Komm, segne unsere Arbeit, damit sie das Reich Gottes aufbaue.
Komm und schenke uns christliche Politiker, die sich für die Wahrheit und das Leben einsetzen.
Komm und tröste die alten und einsamen Menschen und lass sie von uns liebevoll umsorgt sein.
Komm, schütze unsere Heimat und Europa vor den Mächten des Bösen.
Schenke uns Umkehr, Erneuerung und einen Frieden in Gerechtigkeit.
Komm und durchdringe die Kirche und alle christlichen Gemeinschaften und heilige sie im Feuer Deiner Liebe.
Komm, berufe viele gute Priester, Schwestern und Brüder im Ordensstand und Verkünder des Glaubens, die Dir mit ganzem Herzen dienen.
Komm, rüste unseren Papst und die Bischöfe und alle mit Deinen Gaben aus, damit wir in Deiner Kraft dem Reich Gottes dienen können und so mitwirken am Zukunftsbild der Kirche.
Komm, Heiliger Geist, hilf allen Menschen, Jesus im Glauben aufzunehmen und Sein Evangelium zu leben und zu bezeugen.
Himmlischer Vater, wir vertrauen Dir unsere Heimat und Europa durch Deinen Sohn Jesus Christus an.
Wir erbitten von Dir im Namen Jesu eine neue Ausgießung des Heiligen Geistes, damit das Antlitz Europas und der ganzen Welt erneuert wird.
Amen. 

(Nach einem Gebet von der Erdiözese Wien zum Jahr des Glaubens 2012) 
 
Grablegung Christi in der Munsterkerk zu Roermond/Niederlande
 

Samstag, 11. Februar 2017

Das Lied von Bernadette




Heute vor 159 Jahren, am 11. Februar 1858, erschien die Allerseligste Jungfrau Maria der Heiligen Bernadette von Lourdes zum ersten Mal in der Grotte von Massabielle.

Dies war die erste von achtzehn Erscheinungen der Muttergottes in Lourdes, Frankreich.
Sie fanden alle im Jahre 1858 statt.

Bernadette Soubirous wurde am 7. Januar 1844 in der Mühle Boly in der Kleinstadt Lourdes in den französischen Pyrenäen geboren. 
Sie starb als Nonne am 16. April 1879 in Nevers.

Der Seligsprechungsprozess von Bernadette erforderte die Exhumierung ihres Leichnams. Dabei stellte man fest, dass Bernadettes Leib nicht verwest war - ein wunderbares Mysterium. 
Seit dem 3. August 1925 ruht Bernadettes Leib in einem Glasschrein in der Kapelle des Klosters Saint-Gildard in Nevers.
Am 8. Dezember 1933 wird Bernadette in Rom von Papst Pius XI. heiliggesprochen.

Heute ist Lourdes einer der größten Wallfahrtsorte der Christenheit.

Der Spielfilm "Das Lied von Bernadette" schildert auf besonders beeindruckende Weise die damaligen Geschehnisse in Lourdes.

Hier auf diesem Blog findest Du noch weitere Informationen über die Heilige Bernadette von Lourdes und die damaligen Erscheinungen der Muttergottes:

Heilige Bernadette von Lourdes, bitte für uns!

Freitag, 10. Februar 2017

Mein Gebet II - Bonzai


Das Vollkommenste Gebet

Herz-Jesu-Statue in der Peter-und-Paul-Kirche zu Krakau in Polen

Das folgende Gebet ist ein wunderbares

Sühnegebet durch das Heiligste Herz Jesu.

Eine ganze Armee von Sühneseelen sollte dieses herrliche Gebet täglich beten.
Drucke es dazu aus, lege es in Dein Gebetbuch oder auf Dein Nachtkästchen.
Bete es in der Heiligen Stunde:


Vater im Himmel, wir kommen zu Dir durch das Heiligste Herz Jesu,
der unser einziger Weg, Wahrheit und Leben ist.

Durch dieses Anbetungswürdige Herz beten wir Dich an für alle,
die Dich nicht anbeten. -

Durch dieses Göttliche Herz lieben wir Dich für alle,
die Dich nicht lieben. -

Durch dieses Heiligste Herz danken wir Dir für alle,
die Dir nicht danken. -

Durch dieses Liebevollste Herz bitten wir Dich für alle,
die Dich nicht bitten. -

Durch dieses Heiligste Vollkommenste Herz verlangen wir,
alle Pflichten und Schuldigkeiten,
welche wir gegen Deine Göttliche Majestät haben,
genugzutun. -

Durch dieses Heiligste Verdienstvollste Herz wollen wir Dir Sühne leisten
für unsere und aller Menschen Missetaten. -

Amen.



Donnerstag, 9. Februar 2017

Die Visionen der gottseligen Anna Katharina Emmerich


Die ekstatische Jungfrau Anna Katharina Emmerich (Gabriel Cornelius von Max, 1885)

Heute feiert die Katholische Kirche den Gedenktag der Seligen Anna Katharina Emmerich (auch: Emmerick), die die Stigmata Jesu Christi trug und 12 Jahre lang an jedem Freitag in mystischen Visionen die Leiden unseres Herrn Jesus Christus durchlitt. Der bekannte Schriftsteller und Dichter Clemens Brentano schilderte diese Visionen in seinem weltbekannten Buch

"Das bittere Leiden unsers Herrn Jesus Christus"

Der berühmte, amerikanisch-australische Schauspieler, Filmregisseur und Produzent Mel Gibson benutzte dieses Buch als Vorlage für seinen Aufsehen erregenden Film

"Die Passion Christi",

weil es wie kein zweites Buch die Leiden unseres geliebten Herrn Jesus Christus in ihrer ganzen Grausamkeit so eindrücklich schildert.

Die begnadete Nonne und Mystikerin Anna Katharina Emmerich wurde am 8. September 1774 in Coesfeld geboren und starb am 9 Februar 1824 in Dülmen. Beide Orte liegen im westfälischen Münsterland. Anna Katharina Emmerich wurde als fünftes von neun Kindern in eine arme Bauernfamilie geboren. Schon als Kind spürte sie den Ruf Gottes und hatte Visionen und Offenbarungen. Gegen den Willen ihrer Eltern wollte sie Nonne werden. So trat sie am 13. November 1802 als Novizin in das Kloster Agnetenberg zu Dülmen ein. Als das Kloster im Jahre 1811 im Rahmen der Säkularisation aufgehoben wurde, musste sie das Kloster verlassen.

Zunächst führte die Selige Anna Katharina Emmerich den Haushalt des aus Frankreich emigrierten katholischen Priesters Lambert. Doch dann wurde sie schwerkrank, und sie konnte ihren Dienst nicht mehr verrichten. An dem Körper der Seligen erschienen die Stigmata unseres Herrn Jesus Christus, das heißt sie trug am Kopf, an den Händen und Füßen, sowie an der Seite die Wundmale unseres Erlösers.

In den folgenden zwölf Jahren wurden der gottbegnadeten Seligen zahlreiche Visionen und Offenbarungen zuteil. An jedem Freitag durchlitt sie nun in mystischen Visionen die Leiden unseres Heilandes Jesus Christus. An diesen Tagen hatte sie jedoch nicht nur Visionen, sondern auch die Wundmale an ihrem Körper brachen auf und bluteten. Auf diese Weise litt sie nicht allein in ihren geistigen Visionen, sondern auch an den Stigmata Christi an ihrem eigenen Körper.

Die Folgen waren für die Selige Anna Katharina Emmerich beträchtlich:

Einerseits setzte ein großer Pilgerstrom gläubiger Menschen ein, die der Seligen Anna Katharina Emmerich große Verehrung entgegenbrachten.

Andererseits wurden ihr unvorstellbare Verleumdungen und abgrundtiefer Hass von atheistischen Menschen entgegengeschleudert, besonders aber auch von Seiten des Staates Preußen, der dem Katholizismus hasserfüllt gegenüber stand. Der preußische Staat wollte die Selige Anna Katharina Emmerich deshalb unbedingt als Betrügerin entlarven, doch alle Verleumdungen und alle Bosheit nutzen nichts. Nachweise eines Betruges konnten nicht erbracht werden.

In den Jahren zwischen 1818 und 1824 zeichnete der Schriftsteller und Dichter Clemens Brentano die Visionen der Seligen Anna Katharina Emmerich an ihrem Leidensbette auf. Weltberühmt wurde dabei das Buch

"Das bittere Leiden unsers Herrn Jesus Christus"

In einer eindrücklichen Schau erlebt hier die Selige Anna Katharina Emmerich das gesamte Leiden unseres geliebten Herrn Jesus Christus, angefangen vom letzten Abendmahl bis zu Seiner glorreichen Auferstehung. Ich kann meinen Leserinnen und Lesern die Lektüre dieses Buches nur ans Herz legen. Ich habe noch kein anderes Buch gelesen, welches die Passion unseres Herrn so eindrücklich schildert. Besonders faszinierend ist die Wiedergabe der geringsten Einzelheiten, die sogar einer wissenschaftlichen Prüfung standhielten. Eine Lektüre dieses Buches wird Deinen Glauben stärken.

Im Jahre 1891 konnte sogar aufgrund der Visionen der Seligen Anna Katharina Emmerich von Archäologen das Haus der Allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria in Ephesus - heute Ruinen bei Selçuk in der Türkei - entdeckt werden. In diesem Haus lebten die Allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria und der Heilige Evangelist und Apostel Johannes nach der Himmelfahrt unseres Herrn. Papst Benedikt XVI. besuchte dieses Haus am 29. November 2006.

Die Selige Anna Katharina Emmerich hatte zahlreiche Visionen und Offenbarungen, machte aber auch apokalyptische Prophezeiungen über die Zukunft der Katholischen Kirche.

Am 3. Oktober 2004 erhob der Heilige Papst Johannes Paul II. durch die Seligsprechung die begnadete Nonne, Seherin und Mystikerin Anna Katharina Emmerich zu den Altären.

Die hier dargestellte Kreuzigungsgruppe befindet sich am Horsteberg hinter der Domschatzkammer des Sankt-Paulus-Doms in Münster. Sie wurde von dem Düsseldorfer Künstler Bert Gerresheim geschaffen.

Anders als bei den üblichen Kreuzigungsgruppen befinden sich unter dem Kreuz Selige des Münsterlandes und zwar die Selige Anna Katharina Emmerich, die Selige Schwester Maria Euthymia und der Selige Clemens August Kardinal Graf von Galen.

Seitlich neben dem Kreuz sitzt der Münsteraner Wiedertäuferkönig Jan van Leiden, der mit den zerbrochenen Zeichen des Hakenkreuzes, des Judensterns und der Hammer und der Sichel des Kommunismus auf die dunklen Zeiten der Menschheitsgeschichte hinweist.

Mittwoch, 8. Februar 2017

Die Macht des Rosenkranzgebetes

Madonna in der Martinskirche zu Düsseldorf


"Die Allerseligste Jungfrau Maria gab dem Rosenkranzgebet eine solch große Wirkung, dass es kein materielles, spirituelles, nationales oder internationales Problem gibt, das nicht durch ihn und durch unser Opfer gelöst werden kann."
(Schwester Lúcia dos Santos, Seherin von Fátima/Portugal)


Seit einigen Jahren bete ich regelmäßig den Rosenkranz. 
Das war jedoch nicht immer so. Früher hatte ich keinen Sinn für dieses Gebet.
Damals wusste ich ja auch noch nicht, welche spirituelle Macht das Rosenkranzgebet besitzt und welche besonderen Gnaden der Betende erhält.

Unter dem "Rosenkranz beten" versteht man, eine Abfolge von drei Gebeten und von fünf Gesätzen zu beten. Dann ist der Betende mit seinen Fingern einmal die komplette Gebetskette, die man zum Beten des Rosenkranzes benutzt, entlang gewandert und hat an jeder Perle ein Gebet verrichtet.

Zur Einleitung des Rosenkranzgebetes betet man zunächst das Glaubensbekenntnis. Dann betet man eine Abfolge von drei Gebeten und fünf Gesätzen.

Die drei Gebete umfassen das Vaterunser, das Ave Maria und das Ehre sei dem Vater.

Unter den Gesätzen versteht man Glaubenswahrheiten aus der Bibel, die mit dem Leben, dem Sterben und der Auferstehung unseres geliebten Herrn Jesus Christus verbunden sind. Man nennt diese Gesätze auch Geheimnisse, die immer in Fünfergruppen aufgeteilt sind. So gibt es folgende Geheimnisse:


I. Die Freudenreichen Geheimnisse

Bei den Freudenreichen Geheimnissen betrachtet der Betende die Menschwerdung Gottes durch unseren Herrn Jesus Christus und Sein verborgenes Leben.

1. Jesus, den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast. (Lukas 1,35)
2. Jesus, den du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast. (Lukas 1,39-56)
3. Jesus, den du, o Jungfrau, in Bethlehem geboren hast. (Lukas 2,1-20)
4. Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast. (Lukas 2,22-24)
5. Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel wiedergefunden hast. (Lukas 2,41-52)


II. Die Schmerzhaften Geheimnisse

Bei den Schmerzhaften Geheimnissen betrachtet der Betende die Passion unseres Herrn Jesus Christus.

1. Jesus, der für uns Blut geschwitzt hat. (Lukas 22,449
2. Jesus, der für uns gegeißelt worden ist. (Johannes 19,1)
3. Jesus, der für uns mit Dornen gekrönt worden ist. (Johannes 19,2)
4. Jesus, der für uns das schwere Kreuz getragen hat. (Johannes 19,17)
5. Jesus, der für gekreuzigt worden ist. (Johannes 19,18)


III. Die Glorreichen Geheimnisse

Bei den Glorreichen Geheimnissen betrachtet der Betende die Auferstehung unseres Erlösers Jesus Christus.

1. Jesus, der von den Toten auferstanden ist. (Lukas 24,6)
2. Jesus, der in den Himmel aufgefahren ist. (Apostelgeschichte 1,9-11)
3. Jesus, der uns den Heiligen Geist gesandt hat. (Apostelgeschichte 2,1-13)
4. Jesus, der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat. (1 Korinther 15,22-23)
5. Jesus, der dich, o Jungfrau, im Himmel gekrönt hat. (Offenbarung 12,1)


IV. Die Lichtreichen Geheimnisse

Bei den Lichtreichen Geheimnissen betrachtet der Betende besonders bedeutsame Stationen des öffentlichen Lebens und Wirkens unseres Herrn Jesus Christus.

1. Jesus, der von Johannes getauft worden ist. (Lukas 3,21-22)
2. Jesus, der sich bei der Hochzeit in Kana offenbart hat. (Johannes 2,1-12)
3. Jesus, der uns das Reich Gottes verkündet hat. (Markus 1,14)
4. Jesus, der auf dem Berg verklärt worden ist. (Lukas 9,28-36)
5. Jesus, der uns die Eucharistie geschenkt hat. (Markus 14,17-25)


V. Die Trostreichen Geheimnisse

Bei den trostreichen Geheimnissen betrachtet der Betende die Vollendung des Gottesreiches durch unseren Herrn Jesus Christus.

1. Jesus, der als König herrscht. (Offenbarung 19,6)
2. Jesus, der in Seiner Kirche lebt und wirkt. (Epheser 1,22-23)
3. Jesus, der wiederkommen wird in Herrlichkeit. (2 Petrus 3,88-13)
4. Jesus, der richten wird die Lebenden und die Toten. (Römer 2,1-11)
5. Jesus , der alles vollenden wird. (1 Korinther 15,35-58)





Was ist nun bei der Verrichtung des Rosenkranzgebetes zu beachten?
 
Es ist wichtig, dass wir beim Beten eines jeden einzelnen Geheimnisses die betreffende Glaubenswahrheit tief in unser Herz sinken lassen und immer wieder darüber meditieren, was hier ausgesagt wird.

Es geschieht also gerade kein unüberlegtes Hersagen und Herunterleiern von Sätzen, wie Spötter, Übelmeinende und Nichtwissende immer wieder gerne behaupten, sondern das Gebet vertieft den Glauben des Betenden und verbindet ihn immer mehr mit unserem geliebten Herrn Jesus Christus.

Die Meditation eines jeden einzelnen Geheimnisses ist es, die dem Rosenkranzgebet seine Kraft und Bedeutung gibt. Auf diese Weise ist das Rosenkranzgebet niemals langweilig, weil der Herr Selbst uns Sein Leben immer tiefer verstehen lässt. 


Welche Macht besitzt nun der Rosenkranz, und welche besonderen Gnaden erlangt der Betende?

Der Rosenkranz ist eine sehr wirkungsvolle Waffe gegen die Mächte der Finsternis, die uns alle Päpste seit Jahrhunderten empfohlen haben.
Schon ein einziges Ave Maria lässt das dunkle Reich des bösen Feindes erzittern!
Was wird erst der ganze Rosenkranz mit seinen 53 Ave Maria gegen Satan und seine Dämonen bewirken?


In Kriegszeiten haben sich die Menschen immer wieder an die Kraft dieses Sturmgebetes erinnert und große, wundersame Hilfe erfahren.


Der große Heilige Ludwig Maria Grignion von Montfort betete schon mit sechs Jahren täglich den Rosenkranz. Sein Leben wurde von einer innigen Liebe zur Allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria und von einem tiefen Vertrauen auf ihre Fürbitte bei ihrem Sohn, unserem Herrn Jesus Christus, getragen. So sagte der Heilige in seiner Schrift

"Der heilige Rosenkranz - das wunderbare Geheimnis der Bekehrung und des Heils",

dass der Rosenkranz - mit Frömmigkeit gebetet und meditiert - folgende Macht besitzt:

- Der Rosenkranz erhebt uns zu der vollendeten Erkenntnis Jesu Christi.
- Der Rosenkranz reinigt unsere Seele von Sünden.
- Der Rosenkranz verleiht uns den Sieg über alle unsere Feinde.
- Der Rosenkranz erleichtert uns die Übung der Tugenden.
- Der Rosenkranz bereichert uns mit Gnaden und Verdiensten.
- Der Rosenkranz gibt uns die Mittel, mit denen wir bei Gott und den Menschen alle unsere  
   Schuld begleichen können.
- Der Rosenkranz besitzt die Macht, für uns bei Gott alle Arten von Gnaden zu erlangen.

Der Betende, der sich beharrlich dem Rosenkranzgebet widmet, wird feststellen, dass er tatsächlich besondere Gnaden erlangt.

Hartnäckige Sünden wird der Betende endlich überwinden, und die Tugenden des Betenden werden gestärkt. Der Betende erlangt auch in Schicksalsschlägen und Bedrängnissen einen beständigen Frieden.

Sündige Menschen, für die der Betende beharrlich den Rosenkranz betet, erlangen die Gnade der Bekehrung. Ich selbst bin ein Beweis für die Wahrheit einer solchen Gnadenwirkung des Rosenkranzes. Mit Anfang zwanzig verließ ich die Katholische Kirche und führte 25 Jahre ein sündiges Leben. Mein Vater, der ein großer Verehrer der Muttergottes war, betete in all den Jahren jeden Tag den Rosenkranz für mich. Nach menschlichem Ermessen war bei mir nicht mehr zu erwarten, dass ich mein Leben ändern, mich bekehren und wieder zu Gott und Seiner Heiligen Katholischen Kirche zurückkehren würde.

Doch am 15. Januar 2006, vor elf Jahren also, wurde mir von Gott die Gnade der Bekehrung geschenkt. Mein Vater hatte dafür 25 Jahre jeden Tag den Rosenkranz für mich gebetet.

Liebe Leserin, lieber Leser, kennst Du auch Menschen in Deiner Familie, in Deinem Freundeskreis oder unter Deinen Arbeitskollegen, die nichts von Gott wissen wollen und ein sündiges Leben führen? Du bist in großer Sorge, dass sie für immer verloren gehen. Dann bete beharrlich für diese Menschen, die Du doch liebst, den Rosenkranz.

Auch, wenn es vielleicht Jahre dauern wird und auch, wenn Du vielleicht in diesem Erdenleben kein Ergebnis sehen wirst, in der Ewigkeit wirst Du voller Freude und Dankbarkeit erkennen, dass Gott durch Dein beharrliches Rosenkranzgebet gewirkt und diesen Menschen die Gnade der Bekehrung und des Heils geschenkt hat.

Der Rosenkranz ist also tatsächlich ein wunderbares Geheimnis der Bekehrung und des Heils, ganz so wie es der Heilige Ludwig Maria Grignion von Montfort einst weise erkannte.



Donnerstag, 2. Februar 2017

Jesus Christus ist das Licht der Welt

Darstellung des Herrn (Hans Holbein der Ältere, 1501)

Am heutigen Tag, 40 Tage nach Weihnachten, feiert die Katholische Kirche das Fest

 "Darstellung des Herrn".

Die Symbolzahl 40 erscheint in der Bibel immer dann, wenn es sich um Zeiten der Reinigung und der Vorbereitung handelt. So dauerte die Sintflut 40 Tage und Nächte, und 40 Jahre zog das aus der ägyptischen Knechtschaft befreite Volk Israel durch die Wüste, bevor es das gelobte Land betreten durfte. Und auch unser geliebter Herr Jesus Christus verbrachte 40 Tage und Nächte der Prüfung in der Wüste und widerstand dort den Versuchungen des Teufels, bevor Er öffentlich zu wirken begann. 

Früher hieß das Fest

"Mariä Lichtmess",

bevor es 1969 in "Darstellung des Herrn" umbenannt wurde, um den biblische Ursprung des Festes zu betonen. Es ist eine Jahrhunderte alte Tradition, dass an diesem Fest die Kerzen geweiht werden, die man für das ganze Jahr benötigt. So wurden Wachsmärkte, eben Licht(er)messen durchgeführt, und daher kommt auch der Name "Mariä Lichtmess". 

Früher galt auch Mariä Lichtmess als das Ende der Weihnachtszeit. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil endet heutzutage die Weihnachtszeit am Fest "Taufe des Herrn", welches am ersten Sonntag nach dem Hochfest "Erscheinung des Herrn" am 6. Januar gefeiert wird.  Noch heute bleiben aber trotzdem in vielen katholischen Kirchen und in vielen katholischen Familien der Christbaum und die Krippe bis "Mariä Lichtmess" stehen. Auch ich halte es so in meiner Wohnung.

Das Fest selbst geht auf folgendes Ereignis im Leben Jesu Christi zurück:

Wie es für jede jüdische Familie Brauch ist, wird Jesus als der erstgeborene Sohn 40 Tage nach Seiner Geburt von der Allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria und Seinem Ziehvater, dem Heiligen Josef, in den Tempel nach Jerusalem gebracht. Dort wird Jesus Gott geweiht, was bedeutet, dass Er Gottes Eigentum ist. Im Tempel kommt es zur Begegnung mit dem Propheten Simeon und der Prophetin Hannah, die schon viele Jahre ihren Dienst im Tempel versieht. Simeon wartet mit Geduld und Sehnsucht, gesetzestreu und gottesfürchtig auf die Ankunft unseres geliebten Herrn. Als Maria und Josef das Kind bringen, erkennt Simeon voller Freude in Jesus den langersehnten Messias, den Retter und Erlöser aller Völker. So preist Simeon Jesus als das Licht der Welt:

„Nun lässt Du Herr, Deinen Knecht, wie Du gesagt hast, in Frieden scheiden.
Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das Du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für Dein Volk Israel.“

(Lukas 2, 29 - 32)

Auch die Prophetin Hannah lobt und preist voller Freude Gott, als sie Jesus erblickt. Daraufhin erzählt sie allen Menschen, die ebenfalls sehnsüchtig auf die Erlösung Jerusalems harren, von Jesus als dem Messias.

Die komplette Geschichte ist im Lukasevangelium 2,22-40 nachzulesen.


Loben und preisen auch wir Gott für das große Geschenk, das Er uns in Jesus Christus gemacht hat und folgen wir Jesus Christus nach, der spricht:
 

„Ich bin das Licht der Welt; wer Mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben.“
(Johannes 8,12)

Die Praxis des Jesusgebets


Christus-Ikone in meiner Wohnung

Seit einiger Zeit übe ich mich in der Praxis des Jesusgebets.

Das Jesusgebet ist die Antwort des Menschen auf die biblische Aufforderung des Apostels Paulus:

"Betet ohne Unterlass!" (1 Thess 5,17)

Man nennt dieses Gebet auch das Herzensgebet oder das immerwährende Gebet. Die Anfänge des Jesusgebets reichen bis in die Frühzeit des östlichen Mönchstums zurück und sind daher ein zentrales Element orthodoxer Spiritualität. Aber auch von vielen Katholiken und von vielen Gläubigen anderer christlicher Konfessionen wird diese Gebetspraxis verrichtet. Im katholischen Orden der Kartäuser, dessen Nonnen und Mönche Gott ja gerade im Schweigen und in der Einsamkeit suchen, ist dieses immerwährende Gebet ein wichtiger Teil der Spiritualität. 

Die Übung des Jesusgebets ist eine Gebetspraxis, welches die drei klassischen Wege der christlichen Gebetsmystik umfasst :

- den Weg der Reinigung
- den Weg der Erleuchtung
- den Weg der Einigung

Auf dem Weg der Reinigung wird unser Herz von allem befreit, was uns an diese Welt fesselt. Dies ist ein Läuterungsprozess, der sehr schmerzhaft sein kann, weil wir dadurch zu einer Selbsterkenntnis unserer persönlichen Sündhaftigkeit gelangen. Unser Herz wird ganz weit, Reue wird in unserem Bewusstsein erweckt und auf diese Weise werden wir fähig, uns ganz auf Gott auszurichten. Unsere Liebe zu Jesus Christus und unsere Liebe zum Nächsten werden immer größer, wir entwickeln Barmherzigkeit und eine liebende Güte. Dadurch wird unser Glaube vertieft. Unser Weg ist immer mehr von dem Bemühen gekennzeichnet, die Weisungen Christi in unserem Leben zu verwirklichen, vor allen Dingen so wie unser geliebter Herr sie uns in der Bergpredigt geschenkt hat.

Auf dem Weg der Erleuchtung erlernen wir die Hingabe beim Gebet, indem wir unsere Gedanken und unseren Blick auf unseren geliebten Herrn Jesus Christus gerichtet halten. Mehr und mehr werden wir fähig, den Willen Gottes zu erkennen und Seinen Willen zu unserem Willen zu machen. Wir legen unsere Sorgen und Ängste ab, das Kreisen um unser eigenes Ego hört langsam auf. Wir fangen an, jeden unheilsamen Gedanken loszulassen, wir gelangen in die Stille und die Ruhe. Schließlich werden wir fähig, überhaupt jeglichen Gedanken loszulassen. Statt dessen bewegen wir unablässig den Namen Jesu Christi in unserem Herzen.

Auf dem Weg der Einigung befinden wir uns, wenn wir nach langer Gebetspraxis jeglichen Gedanken losgelassen haben und statt dessen nur noch den Herrn in unserem Herzen bewahren, um dadurch im Gebet mehr und mehr mit Gott eins zu werden. Dieses Bewahren des Herrn in unserem Herzen wird als Nüchternheit oder Wachsamkeit des Geistes beschrieben.

Bei dem Jesusgebet gibt es keinen einheitlichen Gebetstext. Wichtig bei diesem Gebet ist, dass stets der Name unseres geliebten Herrn Jesus Christus angerufen wird. So kann sich der Praktizierende eine Formulierung aussuchen, die mit seinem eigenen Herzen in Verbindung tritt, wie zum Beispiel

Jesus Christus.

Jesus.

Herr Jesus Christus.

Herr Jesus Christus, erbarme Dich meiner.

Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme Dich meiner.

Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, hab Erbarmen mit mir Sünder.

Ich habe mich für das sogenannte kleine Jesusgebet entschieden, welches auch die Mönche auf dem Berg Athos sprechen:

Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme Dich meiner.

Auf Griechisch lautet es:

Κύριε Ἰησοῦ Χριστέ, υἱὲ τοῦ Θεοῦ, ἐλέησόν με.

Man sollte das Jesusgebet mit Hilfe einer Gebetsschnur verrichten. Die Knoten der Gebetsschnur dienen weniger der Zählung der Gebete, sondern dienen eher zur Hilfe für einen gleichmäßigen Rhythmus der Gebetsverrichtung und zu dem Zweck, eine Vertiefung der Ruhe und der Konzentration zu erreichen.

Es gibt keinen Ort und keine bestimmte Stunde, um das Jesusgebet zu verrichten. Man kann sich immer und überall in die Verrichtung des Jesusgebetes einüben.

Die Praxis des Jesusgebetes besteht in der Hinlenkung der denkenden Seele zu Gott. Tagtäglich und immer wieder übt man das Jesusgebet ein, indem man in Ruhe seine Gedanken unter Führung des Verstandes gesammelt hält, um die Tiefen Gottes zu ergründen und von den Früchten der Gottesversenkung zu kosten.

Ein Gnadengeschenk ist es, wenn das Jesusgebet nach vielen tausenden Wiederholungen in das Herz des Betenden herabsinkt und dort zum "immerwährenden Herzensgebet" wird, welches die Seele reinigt und in eine tiefe Gottesverbindung führt

Das Ziel der Praxis des Jesusgebetes ist die Versenkung des Verstandes in Gott, damit der praktizierende Betende gleichsam ein Geist mit Gott werde.

Meine Gebetsschnur aus Griechenland.
Dort nennt man sie Komboskini.