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Dienstag, 30. Mai 2017

Das Martyrium des Seligen Otto Neururer

Martyrium des Seligen Otto Neururer (Ernst Degasperi, 2010)
 
Zu meinen großen Glaubenshelden zählt der Selige Otto Neururer, ein österreichischer katholischer Priester, der 1940 im Konzentrationslager Buchenwald von den Nazis auf grausame Weise ermordet wurde.

Otto Neururer wurde am 25. März 1882 in Piller bei Landeck in Österreich geboren. Er war das zwölfte Kind des Müllers Alois Neururer und dessen Ehefrau Hildegard. Bei seiner Geburt war das Baby so schwach, dass Otto Neururer die Nottaufe erhielt. Als er acht Jahre alt war, verstarb sein Vater Alois, und so musste seine Mutter Hildegard alleine die große Familie versorgen. Schon früh verspürte Otto Neururer den Ruf unseres geliebten Heilandes Jesus Christus in sich, Priester Seiner "Einen, Heiligen, Katholischen und Apostolischen Kirche" zu werden.

Da Ottos Lehrer feststellten, dass der schwächliche Junge hochintelligent war, empfahlen sie den Besuch einer höheren Schule. Ein vermögender Onkel des Jungen ermöglichte ihm deshalb gemeinsam mit weiteren Wohltätern den Besuch des fürstbischöflichen Gymnasiums in Brixen, dem Knabenseminar Vinzentinum, wo Otto Neururer im Jahre 1903 die Matura mit Auszeichnung ablegte. Anschließend nahm der Selige in Brixen das Theologiestudium auf und wurde 1907 zum Priester geweiht. Nachdem er zunächst in verschiedenen Pfarreien und auch als Religionslehrer tätig gewesen war, wurde Otto Neururer 1932 Pfarrer von Götzens in Tirol.

Bild des Seligen Otto Neururer aus dem Jahre 1932

Der Selige Otto Neururer war ein großer Verehrer des Heiligsten Herzens Jesu. Seine große Liebe zum Herrn Jesus Christus bestimmte sein ganzes Leben. Schon früh erkannte der Selige daher die dämonische Bösartigkeit des Nationalsozialismus. Deshalb sagte er bereits um das Jahr 1932:

"Es heißt jetzt, gut ist, was dem deutschen Volk nützt, schlecht ist, was dem deutschen Volk schadet. Damit wird deutsches Blut und deutsche Rasse an die Stelle Gottes gesetzt, der allein die Norm für gut und schlecht ist und dem allein das zusteht. Darum ist das eine Irrlehre."

Der Selige erkannte auch den satanischen Judenhass der Nazis. Deshalb lehrte er im Religionsunterricht auch das Alte Testament, obwohl dies von den Nazis strengstens verboten war. So sagte er:

"Es ist Pflicht des Christen, alle Menschen zu lieben. Und zu allen Menschen gehören auch die Juden."

Als die Nazis 1938 Österreich an das Deutsche Reich anschlossen, geriet der Selige sehr schnell ins Visier eines glaubensfeindlichen und hasserfüllten SA-Mannes, der ihn bei der Gestapo anzeigte, weil Pfarrer Neururer  einer jungen Frau abgeraten hatte, sich mit einem aus der Katholischen Kirche ausgetretenen und geschiedenen Nazi zu verheiraten. Unter der Begründung, "eine deutsche Ehe verhindert zu haben", wurde Pfarrer Otto Neururer am 15. Dezember 1938 von der Gestapo verhaftet und in das Gestapo-Gefängnis von Innsbruck eingekerkert. Am 3. März 1939 wurde er in das Konzentrationslager Dachau überstellt und am 15. Dezember 1935 schließlich in das Konzentrationslager Buchenwald eingeliefert.

Doch gerade im Konzentrationslager Buchenwald wurden für alle Mithäftlinge und auch für alle Wärter die große Glaubensstärke und das unerschütterliche Gottvertrauen des Seligen sichtbar. Trotz eines strengsten Verbots religiöser Handlungen im Konzentrationslager unterrichtete Pfarrer Neururer den Mithäftling Matthias Spanlang im Glauben, als dieser den Seligen bat, ihn zu taufen.

Darauf hatten die sadistischen Wärter nur gewartet. Zwei Tage nach Beginn des Glaubensunterrichts wurde Pfarrer Otto Neururer zur verschärften Haft in den sogenannten "Bunker" verbracht.

Nun begann das 34-stündige Martyrium des Seligen Otto Neururer. Die Wärter hängten den Seligen nackt und mit dem Kopf nach unten an den Füßen auf. Dabei umwickelten sie seine Beine mit Lammfellen, damit man keine Spuren dieses grausamen Foltertodes an den Beinen Pfarrer Neururers finden konnte. 34 qualvolle Stunden dauerte der extrem schmerzvolle Todeskampf des Seligen. Zeugen berichten, dass der Selige keine Gegenwähr geleistet und wie unser Herr Jesus Christus geschwiegen  habe, als die Henkersknechte ihn kopfüber aufgehängt hatten. Solange der Selige bei Bewusstsein gewesen sei, habe er jedoch leise gebetet. Am 30. Mai 1940 starb Pfarrer Otto Neururer wie ein Heiliger, der alles mit unerschütterlichem Vertrauen aus den Händen Gottes annahm. Otto Neururer wurde von seinen Mithäftlingen als ein Pfarrer voller Mitgefühl beschrieben, der niemals traurig oder verzweifelt gewesen sei, sondern der mit seiner großen Glaubenstiefe viele Mithäftlinge gestärkt, getröstet und ermutigt habe.
 
Die Urne mit der Asche des Seligen wurde am 30. Juni 1940 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in der Pfarrkirche von Götzens beigesetzt.

Pfarrer Otto Neururer war ein wahrer Priester unseres Herrn Jesus Christus. Er wurde von den Nazis ermordet, weil der Selige seinen Dienst als Priester unseres geliebten Heilandes mit völliger Hingabe auch im Konzentrationslager bis zu seinem Ende vollzogen hatte. Das letzte Wort hatten seine Henker in dieser gefallenen Welt jedoch nicht:

Der Heilige Papst Johannes Paul II. sprach Pfarrer Otto Neururer am 24. November 1996 selig.

Der Selige Otto Neururer war ein großer Verehrer des Heiligsten Herzens Jesu

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